Sich regional verzahnen

Beim Stichwort Jugendamt fällt der Bevölkerung allerhand ein, oftmals nichts Positives. „Wir wollen nicht immer darauf reduziert werden, dass wir die sind, die die Kinder wegnehmen“, reagiert Jugendamtsleiterin Kathrin Müller auf so manches Vorurteil. Landrat Jörg Hellmuth fügt hinzu: Kinder wegnehmen und im Ernstfall viel zu spät handeln, so werde in der Öffentlichkeit das Bild das Jugendamtes gezeichnet. Ende Dezember 2009 hat das Land ein Gesetz erlassen, welches den Kinderschutz fokussiert. Mit der Aufforderung, sich auf lokaler Ebene zu verzahnen. Stendal steht nun dieser Schritt bevor, sich noch intensiver ums Kindeswohl zu kümmern.

Heute, 16. Juni, ist die Auftaktveranstaltung zur Initiierung des Netzwerkes „Kinderschutz“. Beginn: 14 Uhr im Audimax der Fachhochschule Magdeburg-Stendal, Osterburger Straße 25. „Für Kinder kann man nicht genug tun“, unterstreicht Hellmuth, der darauf verweist, dass Stendal bereits die Auszeichnung „Kinderfreundlicher Landkreis“ besitze. Wie Kathrin Müller erklärt, werde dieses Projekt vom Landkreis und dem Verein „KinderStärken“, angesiedelt bei der Fachhochschule, geschultert. Mit ins Netzwerk-Boot sollen nun Gesundheitsamt, Kindertagesstätten, Schulen, freie Träger von Einrichtungen, Gynäkologen, Hebammen – kurzum alle, „die sich berufen fühlen“, bringt es Kathrin Müller auf den Punkt. Zwar sei Kinderschutz regelmäßiger Bestandteil alltäglicher Arbeit, doch sollen gemeinsame Schnittpunkte aufgelistet werden. Angefangen von den Aufgaben und auch Grenzen eines Jugendamtes bis zur Frage, wie ein Kinderarzt überhaupt eingreifen kann, wenn mögliche Gefahr im Verzug sei. Die angestrebte Vernetzung der vielfältigen Angebote und Ansprechpartner soll erreichen, dass sich Zuständige untereinander kennen. Damit im Fall der Fälle, wenn es schnell gehen muss und Hilfe im Interesse des Kindes benötigt wird, diese unverzüglich und zielgerichtet erfolgen kann. Erfolgreichen Kinderschutz kann es schließlich nur geben, wenn alle relevanten Stellen voneinander wissen und miteinander koordiniert arbeiten.

Eine kleine Hilfestellung von außen, könne manchmal Großes bewirken, wissen Susanne Borkowski und Anja Funke von „KinderStärken“. Das Land unterstützt das Netzwerk in diesem Jahr mit 20 000 Euro und in den Folgejahren mit 10 000 Euro. Die heutige Auftaktveranstaltung, rund 125 Personen haben sich schon angemeldet, soll zeigen, was die Akteure im Landkreis bewegt, welche Ideen, Gedanken und Ängste sie haben und wo Bedarf an Weiterbildung bestehe, formuliert Susanne Borkowski den Sinn dieser Zusammenkunft. Kurzentschlossene, die sich für Kinder-Gesundheit und Kinderschutz engagieren möchten, sind im Audimax willkommen.

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