„Denken ohne Geländer“ findet seinen Auftakt im Stadtarchiv

„Sensibilität notwendig“

Magdalena Burkhardt, Aud Merkel und Katrin Reimer-Gordinskaya (v.l.) begrüßen zur Themenwoche „Denken ohne Geländer“.
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Magdalena Burkhardt, Aud Merkel und Katrin Reimer-Gordinskaya (v.l.) begrüßen zur Themenwoche „Denken ohne Geländer“.
  • vonCharlotta Spöring
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cha Stendal. „Zwischen Vergessen und Erinnerung“ – unter diesem Motto fand am ges-trigen Montag die Auftaktveranstaltung der Themenwoche „Denken ohne Geländer“ statt.

Rund um den 27. Januar, den Tag der Befreiung von Au-schwitz, findet ein vielfältiges Programm zum Erinnern statt. Und so hatten das Theater der Altmark, die Hochschule Magdeburg-Stendal sowie die Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt ins Stadtarchiv Stendal eingeladen.

Magdalena Burkhardt, Aud Merkel und Katrin Reimer-Gordinskaya begrüßten die Gäste an diesem Morgen. „Erinnern heißt nicht, dass wir im Gestern leben“, machte Burkhardt klar. Merkel, die die Veranstaltungswoche bereits zum dritten Mal mitorganisiert, rief dazu auf, sich stets seine eigene Meinung zu erarbeiten anstatt Ideologien und Ansichten kritiklos zu übernehmen.

Ulrich Kalmbach findet mahnende Worte.

Für den thematischen Einstieg in die Woche sorgte Ulrich Kalmbach vom Danneil-Museum für Regionalgeschichte Salzwedel. In seinem Vortrag stellte er Gedenkstätten aus der westlichen Altmark vor und kritisierte, dass einige von ihnen nicht ausreichend gepflegt würden. „Da ist eine gewisse Sensibilität vonseiten der Verwaltung notwendig“, so Kalmbach. Er zeigte unter anderem Fotos von der Mahn- und Gedenkstätte Gardelegen sowie vom früheren Standort des KZ-Außenlagers Neuengamme in Salzwedel. Auch Stolpersteine und Gedenktafeln seien Teil der Erinnerungskultur. „Doch all diese Orte funktionieren nicht ohne Vermittlung“, gab der Referent zu bedenken. Aus diesem Grund müsse viel mehr über deren geschichtlichen Hintergrund kommuniziert werden. „In den kommenden Jahren wird es immer weniger Zeitzeugen geben, die von ihrem Schicksal erzählen können“, so Kalmbach. Den Zuhörern wurde schnell klar, wie wichtig es ist, über die deutsche Geschichte zu sprechen und diese nicht totzuschweigen.

„Für mich ist es selbstverständlich, hier zu sein“, meinte Karin Stöwesandt von der „Kleinen Markthalle“ Stendal. „Gerade auch für unser politisches Miteinander wird es immer bedeutender, an das zu erinnern, was Teil unserer Geschichte ist. Es betrifft zwar alle Altersgruppen, aber vor allem die Jugend muss an dieses Thema herangeführt werden“, mahnte sie.

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DENKEN OHNE GELÄNDER (22. bis 28. Januar):

  • Dienstag, 23. Januar, 15 Uhr, Eine-Welt-Laden Gemeindezentrum am Stendaler Dom: Audiostück „Akte Stein“. 
  • Dienstag, 16 Uhr, Landratsamt Salzwedel: Die medizinische (Nicht-)Versorgung im Frauen-KZ Ravensbrück. 
  • Dienstag, 19.30 Uhr, Kleine Markthalle Stendal: Lesung mit Alexander Netschajew; 
  • Mittwoch, 24. Januar, 10 Uhr, Uppstall Kino Stendal: Film „Sarahs Schlüssel“. 
  • Mittwoch, 14 Uhr, Kunstplatte Stendal Stadtsee, Workshop und Ausstellung; 
  • Donnerstag, 25. Januar, 10 bis 17 Uhr, Hochschule Magdeburg-Stendal / Haus 1, Raum 1.01: Argumentationsworkshop zu „Rassismus und Verteilungskämpfe“; 
  • Freitag, 26. Januar, 10 bis 12 Uhr, Aula der Hochschule Magdeburg-Stendal: Kinderuni mit Bilderbuch und Filmvorführung. 
  • Freitag, 10 bis 12 Uhr, ebenfalls Aula: Workshop zur Weitergabe von Historie an Kinder. 
  • Freitag, 19.30 Uhr, Theater der Altmark / Großes Haus: Schauspiel „Fabian“. Samstag, 27. Januar, 10 Uhr, Gedenkveranstaltungen auf den Friedhöfen in Stendal (Georgenstraße), Gardelegen (Isenschnibber Feldscheune) und Salzwedel. 
  • Samstag, 17 Uhr, Theater der Altmark/Kleines Haus, Stück „Ein Känguru wie Du“. Samstag, 19.30 Uhr, Musikforum Katharinenkirche: Musikalische Ringparabel. 
  • Sonntag, 28. Januar, 15 Uhr, Kleine Markthalle: Poetry Slam.

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