Eingenetzt: Klettergarten soll Landessportschule über Zwangspause des Bades hinweghelfen

Schwimmer hängen in den Seilen

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Seilgärten gibt es in mehreren Ausführungen.

Osterburg. Es soll nicht ganz so hoch hinaufgehen wie anfangs geplant und dennoch ein weiterer Magnet sein. Und das eingesetzte Personal müsse nicht ganz so speziell geschult werden.

Stefanie Lück (r.) stellt die neue Badebetriebsleiterin vor. Sabine Haase stammt aus dem Landkreis Lüchow-Dannenberg.

Einen Niedrigseilgarten und keinen Hochseilgarten will Stefanie Lück anlegen lassen, vermutlich im Wäldchen nahe dem zweiten Bettenhaus. Die Landessportschule in Osterburg wolle mit dem zusätzlichen Angebot auch einen gewissen Ersatz schaffen für das Schwimmbad, welches aller Voraussicht nach der aufwendigen Sanierung wegen mindestens ein halbes Jahr geschlossen werden müsse. Konkrete Planungen könnten dieses Jahr erfolgen, 2019 sollten die Elemente stehen. Die Verwaltungsleiterin rechnet mit Kosten von etwa 100 000 Euro.

Die überregional bedeutsame Einrichtung steht vor einem Umbruch. „Probleme? Beschwerden?“ Davon will Lück im Gespräch mit der AZ nichts wissen. Im Gegenteil, gerade die Schwimmhalle habe, von der baulichen Hiobsbotschaft einmal abgesehen, in ruhiges Fahrwasser zurückgefunden. „Wir sind personell sehr gut aufgestellt und haben wieder regelmäßige Öffnungszeiten, außerplanmäßige Schließungen gibt es nicht.“ Auf sechs Mitarbeiter allein in diesem Bereich kann die Tangermünderin vertrauen. Eine neue Badebetriebsleiterin gibt es auch, Sabine Haase aus dem Landkreis Lüchow-Dannenberg.

Für insgesamt 33 Mitarbeiter ist Lück verantwortlich. Selbst wenn sie wollte, mehr dürften es derzeit auch nicht werden, das Landesverwaltungsamt habe einen Einstellungsstopp verhängt und wolle abwarten, wie es mit dem kommunalen Schwimmbad „Am Fuchsbau“ weitergeht. Die Einheitsgemeinde Osterburg hofft auf Fördergeld, will deutlich mehr als die zunächst angekündigten 1,8 Millionen Euro investieren, den touristischen Aspekt stärker betonen und möglichst dieses Jahr mit den Arbeiten beginnen (die AZ berichtete). Die Landessportschule betreibt und nutzt die Schwimmhalle.

Massenhaft schadhafte Beckenfliesen und die Bädertechnik machen Sorgen. Handwerker müssen mittelfristig ran, im weitaus größeren Maß als bisher. „Edelstahlbecken einsetzen oder Folie oder doch etwas ganz anderes?“ Noch gebe es einige offene Fragen. Die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Sportschule funktioniere gut, betont Lück. Herausforderungen wie diese ließen sich nur mit verstärkter Kommunikation bewältigen. Die Halle sei beliebt. Im Schnitt steigen bis zu 30 000 Gäste ins Wasser, 2016 waren es sogar 35 000, im vergangenen Jahr nur knapp 28 000, auch kleinerer Havarien wegen. Momentan hat die Halle ganz normal geöffnet.

„Das Schwimmbad spielt in unseren Überlegungen eine wichtige Rolle.“ Auch Athleten und Vereine nutzen die Anlage und beileibe nicht nur Freizeitsportler. So trainiert zum Beispiel Olympiasiegerin Dagmar Hase mit ihren Nachwuchstalenten vom Sportclub Magdeburg regelmäßig in Osterburg. Einen Auszubildenden im Bäderbetrieb gibt es 2018 nicht. Die Halle werde nun einmal zur Baustelle und der Start ins Berufsleben wäre ein holpriger. Ein gutes halbes Dutzend Auszubildende ist in anderen Bereichen unterwegs, in Sport und Fitness sowie Hotel. „Allerdings wird es immer schwieriger, ausreichend und auch fähige Bewerber zu finden.“ Auf der anderen Seite drücke der Schuh ebenfalls: „Die Kollegen werden älter. Doch an Fachkräften, die nachrücken können, mangelt es, auch bei uns.“

Wer nach der Landessportschule (LSB) mit all ihren Angeboten fragt, meint immer auch den Landessportbund, Träger der Einrichtung. Nach Misswirtschaft und finanziellen Unregelmäßigkeiten vor gut einem Jahrzehnt legte das Land den Sportbund an die Kette. Lück: „Die neue Führung hat bewiesen, dass gut gewirtschaftet wird und es vorangeht. Das Vertrauen ist da. Wir sind alle gespannt, wie es weitergeht.“ Der LSB möchte wieder völlig selbstständig arbeiten und finanziell wirken können.

Der Haushalt der sachsen-anhaltinischen Sportschule bewegt sich jährlich zwischen 2,6 und 2,8 Millionen Euro, ein großer Teil davon Fördermittel. Die Einrichtung spielt auch im Tourismuskonzept der Hansestadt eine bedeutende Rolle.

Von Marco Hertzfeld

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