Olaf Stehwien restauriert ehemaliges Rittergut / Gewerbliche Nutzung geplant

Das Schoko-Schloss von Wittenmoor

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Das Vorhaben von Olaf Stehwien (links), das marode Herrenhaus wieder auf Vordermann zu bringen, unterstützt der Landkreis. Gestern war der Landrat zu Besuch.

Wittenmoor – Die Restaurierung des Gutshauses Wittenmoor ist für Olaf Stehwien eine Herzensangelegenheit. Das wird schnell klar, wenn man den Geschäftsführer der gleichnamigen Tangermünder Konditorei über das einstige Rittergut sprechen hört.

Park und See sieht man von der Terrasse aus.

Die persönliche Verbindung zu dem Anwesen liegt schon viele Jahre zurück. In Kindertagen hat der „Schoko-Baron“ aus der Kaiserstadt zusammen mit seiner Familie eine Zeit lang im alten Schlossteil gelebt. „Ich verbinde mit dem Rittergut, dem Park und dem See viele glückliche Erinnerungen und habe diesen Ort nie vergessen“, erzählt er.

Den fortschreitenden Verfall des Gutshauses habe Stehwien nicht länger mit ansehen können, wie er sagt. Und so kaufte er das Grundstück Ende 2017 einem bayrischen Investor ab, um es wieder auf Vordermann zu bringen. Das Areal soll nämlich Firmensitz, Verpackungslager und Kulturort zugleich werden. Die Pläne, die Stehwien gemeinsam mit einer Münchener Geschäftspartnerin geschmiedet hat, sind umfangreich.

Durch das Schaffen eines Verpackungslagers sowie eines Büros im Haupthaus soll die Stehwien-Konditorei, die vor allem für die Tangermünder Nährstange bekannt ist, erweitert werden. 150 Stellplätze zur Lagerung sind im ehemaligen Werkstattgebäude des Herrenhauses entstanden. Bei „weiterer positiver Geschäftsentwicklung“ sei es denkbar, dass auch das Fertigwarenlager und der Versand nach Wittenmoor umgesiedelt werden, verrät Stehwien. Zudem soll sich in Wittenmoor die Trust Food GmbH aus der bayrischen Hauptstadt ansiedeln. Auch entstehen dort zwei Wohnungen, eine hat der Eigentümer bereits bezogen.

Sein Hauptaugenmerk möchte Stehwien auf die Eventvermarktung legen. „Ich denke dabei an Kundenempfänge und auch Schokoladen-Seminare.“ Vorstellen könne er sich auch, dass der Schlosspark einmal Austragungsort der Altmark-Festspiele wird. „Ich habe jedes einzelne Konzert besucht“, gesteht er lächelnd.

Mittlerweile hat sich auf dem alten Rittergut einiges getan. So konnten im Haupthaus bereits Sanitär- und Elektroanlagen installiert werden. Auch einige Böden wurden bereits ausgetauscht und Wände verputzt. Zu kämpfen hatte der neue Besitzer mit Schwammschäden, einer holzzerfressenden Pilzart. Wenn alle Arbeiten am großen Haupthaus beendet sind, möchte Stehwien auch noch die Nebengebäude instand setzen.

„Mein Traum ist es, dass alle Gebäudeteile wieder mit Leben erfüllt sind. So, wie es einmal war“, schwelgt Stehwien in Erinnerungen. Das Projekt sei gewiss nicht zum Geldverdienen, sagt er, und ist sich im Klaren darüber, dass mit der weiteren Restaurierung noch hohe Kosten auf ihn zukommen werden. Wie hoch, das vermag er nicht einzuschätzen – oder auszusprechen. Bislang seien fast eine Million Euro in das alte Rittergut geflossen und das ist wohl lange noch nicht das Ende der Fahnenstange.

Der Landkreis Stendal unterstützt den neuen Inhaber bei seinem Mammut-Projekt mit 400.000 Euro. Die Mittel stammen zu 50 Prozent aus dem Fördertopf Bundesmodellvorhabens „Land (auf) Schwung“, der Rest ist Eigenanteil des Kreises. „Es ist selbstverständlich in unserem Ansinnen, wenn das alte Gutshaus wieder zum Leben erweckt wird“, sagte Landrat Carsten Wulfänger am gestrigen Dienstag.

VON CHARLOTTA SPÖRING

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