Schöner als in Frankreich

Dieter Tschammer (v.l.), Johannes Mösenthin, Restauratorin Franziska Peker, Andreas Lepel und Ingo Freidel vor einer beschädigten Wand.

Stendal -Von Thomas Pusch. Der Förderkreis des Domes ist derzeit dabei die Grundlagen für eine Sanierung des Innenraumes des Gotteshauses zu erarbeiten. Für das Projekt erhielt er eine Spende in Höhe von 1500 Euro von der Volksbank.

Der Dachschaden des Domes hat natürlich auch für Schäden im Inneren gesorgt. Das Dach ist mittlerweile repariert. Für die Sanierung des Innenraumes entwickelt der Förderkreis des Domes derzeit ein Konzept. „Es soll ein Gerüst am Dom aufgebaut werden, um festzustellen, ob Salzablagerungen ins Gewölbe eingedrungen sind“, so Johannes Mösenthin. Dann solle auch an Testflächen gearbeitet werden. Einen festen Zeitplan gebe es noch nicht, könne es auch nicht, da nicht klar sei, wie lange die Untersuchungen im Vorfeld dauern werden.

Unterstützung für dieses Projekt gab es von der Volksbank, die einen Scheck in Höhe von 1500 Euro überreichte. Die Blicke der beiden Vorstände Andreas Lepel und Ingo Freidel blieben allerdings nicht an den beschädigten Gewölbebereichen hängen, sondern an den eindrucksvollen Fenstern.

„Die ursprünglichen Fenster stammen in etwa aus dem Jahr 1425“, so Dieter Tschammer, Vorstandsmitglied des Dom-Förderkreises. In vielen der Fenster sei noch das ursprüngliche Glas zu mehr als 50 Prozent erhalten. Allein ein Drittel reiche schon aus, um die Fenster als hoch- oder spätgotisch zu bezeichnen. Im Zuge der Wiedereröffnung des Domes Anfang des 20. Jahrhunderts seien die fehlenden Gläser ergänzt worden, 22 komplette Fenster seien entstanden. „Das ist ein einmaliger Schatz, den wir hier haben“, so Tschammer. Der Dom sei schließlich auch einmal die Patronatskirche für alle Gotteshäuser des Kirchenkreises gewesen.

Besonders schön finde er, dass auch die Farben der Altmark wie Grün, Gelb und Rot in den Motiven der Fenster auftauchen. Die ursprünglichen Kathedralfarben seien nämlich lediglich Blau, Violett und Rot und ganz selten Weiß gewesen. „Jüngst war hier ein Ehepaar zu Besuch, dass zuvor französische Kathedralenfenster besichtigt hatte“, so Tschammer. Die Frau habe nur ganz trocken gesagt: „Die hier sind aber viel schöner.“

„Sie könnten sich die Fenster doch auch von Neo Rauch bemalen lassen“, meinte Lepel scherzhaft, ohne wohl mit der Reaktion gerechnet zu haben. „Die Auffassung von Fenstern von Herrn Rauch ist eine ganz andere als meine“, entgegnete Tschammer. Rauch hatte dem Naumburger Dom drei knallrot bemalte Fenster gestiftet. „Ich gehe vor ihm nicht auf die Knie“, so Tschammer.

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