Genaue Regelung steht noch aus

„Schmerzhafte Maßnahmen“ im Kreis Stendal: 15-Kilometer-Radius wird kommen

„Halten Sie die geltenden Regelungen zu Ihrem und dem Schutz anderer strikt ein“, appelliert Landrat Patrick Puhlmann (SPD) an die Landkreisbevölkerung.
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„Halten Sie die geltenden Regelungen zu Ihrem und dem Schutz anderer strikt ein“, appelliert Landrat Patrick Puhlmann (SPD) an die Landkreisbevölkerung.
  • Stefan Hartmann
    vonStefan Hartmann
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Auf die Bewohner des Landkreises Stendal kommen ab Montag weitreichende und „schmerzhafte Maßnahmen“ zu, wie Landrat Patrick Puhlmann (SPD) in einer Pressemitteilung erklärt.

Stendal – Wegen des anhaltend hohen Inzidenzwertes werde der Landkreis nicht darum herumkommen, die Regelung zum 15 Kilometer Radius um den Wohnort zu erlassen.

Die entsprechende Verordnung werde aktuell ausgearbeitet, damit sie hoffentlich am Montag beschlossen werden kann, berichtete Sabrina Lamcha, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Landkreises, im AZ-Gespräch. Auf eine genaue Ansage, wie die jeweiligen Abstände gemessen werden, wolle man vorab jedoch verzichten. Dafür müsse die neue Änderung der Eindämmungsverordnung noch genau studiert werden. Fest stehe jedoch schon, dass Ausnahmen, wie Arbeitswege und Arztbesuche, zulässig seien.

Wesentliche Änderungen betreffen die Kontaktregelungen. Für private Zusammenkünfte ist zusätzlich zum eigenen Hausstand nur noch eine weitere, nicht im Haushalt lebende, Person gestattet. Auch für Kinder bis 14 Jahren gilt diese Regelung. Schulen und Kitas bleiben mit dem Angebot einer Notbetreuung, für betreuungsberechtigte Personen der Schlüsselpersonen-Gruppe, geschlossen. Eine Ausnahme bildet die Beschulung im Distanzunterricht für Abschlussklassen.

Auch wenn noch die endgültige Verordnung des Landkreises abzuwarten sei, gebe es dennoch mehrere denkbare Szenarien zur 15-Kilometer-Regel, erklärt Stadtsprecher Armin Fischbach auf AZ-Anfrage. Sowohl Ortsmittelpunkte, als auch Ortsgrenzen könnten dafür herangezogen werden. Dabei seien einige wahrscheinlicher als andere. „So gehen wir etwa nicht davon aus, dass das gesamte Gebiet der Einheitsgemeinde Hansestadt Stendal als Wohnort gelten wird“, antwortet Fischbach. Denn dann könnte beispielsweise ein Kern-stendaler, der Uchtspringe als Grenzpunkt annimmt, trotzdem in das rund 35 Kilometer entfernte Gardelegen reisen. Dies würde der Stadt zur Folge, den Sinn und Zweck einer solchen Beschränkung dann völlig unterlaufen. Praktikabler wäre die Lösung jeweils den Mittelpunkt eines Ortsteils oder die jeweilige Ortsteilgrenze als Ausgangspunkt des Radius anzunehmen.

Wie lange die Maßnahmen aufrechterhalten werden müssen, hänge auch an den Bewohnern des Landkreises, sagt Puhlmann und appelliert an diese: „Ich bitte alle Einwohnerinnen und Einwohner des Landkreises nochmals eindringlich: Halten Sie die geltenden Regelungen zu Ihrem und dem Schutz anderer strikt ein. Die Entwicklung der Infektionsrate in den kommenden drei Wochen wird ein Maßstab für kommende Entscheidungen sein. Wir gemeinsam tragen zum Erfolg der Maßnahmen bei.“

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