Stadt will Uenglinger Tor auch ohne Ehrenamt endlich häufiger öffnen

Ein Schlüssel für den Turm: Mehr Personal in Aussicht

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Gaststudentinnen wie die beiden Osteuropäerinnen oben blicken genauso gern vom Uenglinger Tor wie junge Stendaler. Jakob und Karlotta lassen von unten Seifenblasen aufsteigen.

Stendal. Das Uenglinger Tor soll 2016 deutlich öfter zugänglich sein. Die Stadt konnte die beliebte Sehenswürdigkeit im vergangenen Jahr allenfalls an den Wochenenden öffnen, weil das nötige Personal fehlte.

„Nun wollen wir das Tor wieder regelmäßig auch unter der Woche für Besucher aufschließen“, kündigt Nicole Laupsien gegenüber der AZ an. Weil auch in absehbarer Zeit weder Ein-Euro-Jobber noch sogenannte geringfügig Beschäftigte eingesetzt werden könnten, musste Stendals Sachgebietsleiterin für Veranstaltungsmanagement und Tourismus nach einer anderen Lösung suchen. Wie die genau aussieht, will die 34-Jährige schon bald bekannt geben. „Fakt ist, dass sich so eine Aufgabe auch allein mit ehrenamtlichen Helfern nicht stemmen lässt. “ 2015 war der Turm ab Mai samstags und sonntags zwischen 10 und 12 Uhr sowie von 14 bis 16 Uhr geöffnet.

Das Uenglinger Tor ist neben dem Tangermünder Tor eines der noch erhaltenen Stadttore Stendals. Es wurde im Spätmittelalter zwischen 1450 und 1460 errichtet. Ursprünglich hatte die Rolandstadt mehrere Tore und Türme, einige wurden im 18. Jahrhundert abgebrochen. Das Uenglinger Tor gilt als eines der schönsten Stadttore im norddeutschen Raum überhaupt, vergleichbar vielleicht noch mit dem Lübecker Holstentor. „Mit seinen Verzierungen, Putzblenden, Ecktürmchen und Zinnenkränzen diente es weniger zur Verteidigung, sondern vielmehr zur Repräsentation des Reichtums der Hansestadt“, heißt es aus der Stadtverwaltung. Der prächtige aus dem 15. Jahrhundert stammende Aufbau diente als Teil des Nordwalls der Verteidigung und der Repräsentation. Seit seiner Restaurierung ab 1989 ist das Tor vor allem im Sommer wieder für Einheimische und Touristen begehbar.

Von Marco Hertzfeld

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