Eine Baustelle: Fraktion will Kreistag Prüfantrag beim Land stellen lassen

AfD schießt gegen das Flüchtlingsheim in Stendal

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Seit dem Frühjahr laufen die Arbeiten an der Gardelegener Straße. Das Land investiert einen zweistelligen Millionenbetrag in einen verloren geglaubten Komplex.

Stendal – Das geplante Flüchtlingsheim in Stendal ist der AfD ein Dorn im Auge. Der Kreistag soll einen Antrag stellen und die Landesregierung das Großprojekt in der Altmark prüfen.

Gegebenenfalls brauche es ja keine zweite große zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber in Sachsen-Anhalt.

Die Zahlen der Asylsuchenden mit Aussicht auf Bleiberecht seien ja laut Bundesregierung in den vergangenen zwei Jahren deutlich zurückgegangen, heißt es im Papier der AfD-Fraktion, das dem Kreistag am 19.  September zum Beschluss vorliegen wird. Die Rechtskonservativen machen bei einem ihrer großen Wahlthemen, wie von vielen ihrer Kritiker erwartet, ordentlich Wind.

Das Land investiert am Stadtrand um die 30 Millionen Euro. Wo zu DDR-Zeiten nicht zuletzt Grenzsoldaten kaserniert waren, sollen künftig bis zu 1000 Flüchtlinge untergebracht werden können. Sachsen-Anhalt will sich für mögliche neue Umbrüche wappnen, aus Sicht des Landes ist die Einrichtung nicht zu verhindern. Die Bauarbeiten haben im März begonnen und sollen 2022 abgeschlossen sein. Das Projekt ist nicht unumstritten, auch in einigen anderen Parteien nicht. In diesem Jahr demonstrierte die Bürgerbewegung Altmark, die der Verfassungsschutz der rechtsextremen Szene zuordnet, gegen das Flüchtlingsheim, blieb aber größtenteils unter sich.

VON MARCO HERTZFELD

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