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Schauspieler hinter der Kamera

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Von: Lina Wüstenberg

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Nach der Vorstellung hatten die Zuschauer noch die Möglichkeit, Fragen an den Filmemacher zu stellen.
Nach der Vorstellung hatten die Zuschauer noch die Möglichkeit, Fragen an den Filmemacher zu stellen. © Lina Wüstenberg

Die Besucher des Uppstall-Kinos in Stendal konnten sich am Mittwochabend das Regie-Debüt von Ralf Bauer „Sem Dhul – Die Wiederkehr“ anschauen. Anschließend stand der Schauspieler ihnen für Fragen zu Verfügung.

Stendal – Für den Schauspieler Ralf Bauer, der unter anderem in der Serie „Gegen den Wind“ mitgespielt hat, wurde am Mittwochabend der sprichwörtliche rote Teppich ausgelegt. „Am Anfang ist es ein bisschen wild. Aber wundern Sie sich nicht. Atmen Sie tief ein. Halten Sie die Atmung. Irgendwann dürfen Sie wieder ausatmen“, warnte Filmemacher und Schauspieler Bauer die Zuschauer im Uppstall-Kino Stendal vor. An diesem Abend präsentierte er dort sein Regie-Debüt „Sem Dhul - Die Wiederkehr“. „Ich würde diesen Film mit den drei Worten beschreiben: Unterhaltung mit Tibetern“, äußert sich Bauer. Es war sein Ziel, einen Unterhaltungsfilm mit Tiefgang zu schaffen. „Im Nachhinein habe ich mich auf einen Weg begeben, den ich gerne gegangen bin, aber der nicht immer einfach war“, sagte der Schauspieler.

Die Dreharbeiten begannen 2018 und haben sich insgesamt über dreieinhalb Jahre gezogen. Es wurde unter anderem im Himalaya und in St. Peter-Ording gedreht. Weiterhin war es eine Low-Budget-Produktion, wo alles privat finanziert wurde. „Nachts habe ich die Flüge und Züge für die Schauspieler gebucht. Tagsüber versuchte, ich Regie zu führen. Dann musste ich auch noch selber Texte lernen.“

Ralf Bauer macht es sichtlich Freude, seinen Film der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Ralf Bauer macht es sichtlich Freude, seinen Film der Öffentlichkeit zu präsentieren. © Lina Wüstenberg

Die Idee zu diesem Film kam ihm, als er 2014 in einem tibetischen Kloster in Indien war. „Junge Schüler wurden dort ausgezeichnet und es war alles auf Tibetisch. Ich habe nichts verstanden. Aber ich hatte ein Bild vor Augen: Wie ein Freund auf einem Esel reitet. Und im Hintergrund sieht man ein tibetisches Kloster.“

Der Film handelt dabei von einem Fluchthelfer in Indien. Dieser kämpft dort unter anderem für die Freiheit der Tibeter. Jedoch hat er zuvor Deutschland wegen einer Tragödie verlassen, die ihn nun wieder einzuholen scheint. „Es gibt einen Fehler im Film, wer diesen entdeckt, erkennt das Dilemma des Films. Ich werde nicht verraten, wo dieser steckt.“

Der 55-jährige war selbst noch nie Tibet. Er habe aber bei einem Dreh in Österreich eine Tibeterin kennengelernt. Deren älteste Tochter ist die Patentochter von Bauer. „Sie hat mich nach und nach an Tibet herangeführt. Auch habe ich viel von ihr gelernt.“ Dass Bauer nach Stendal für die Vorstellung des Films gekommen ist, lag an dem Haupteigentümer der Kinokette. Stendal selbst kannte er bisher noch nicht. „Ich konnte mir die Stadt heute Vormittag anschauen und bin von einem Ende zum anderen Ende gelaufen“, so Bauer mit einem Augenzwinkern. Er sei von den Leuten sehr freundlich begrüßt worden und habe den Aufenthalt genossen. Diejenigen, die den Film verpasst haben, können ihn sich am Sonnabend, 27. Februar, im Uppstall-Kino noch einmal anschauen. Beginn der Vorstellung wird um 11 Uhr sein.

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