Historische Dokumente im Sockel des Rolands versenkt / Deckplatte angebracht

Die Schatulle für die Ewigkeit

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In der kupfernen Schatulle befindet sich auch eine Ausgabe der gestrigen Altmark Zeitung. Aber auch offizielle Genehmigungen und Schreiben fanden in der Zeitkapsel ihren Platz.

Stendal. Bevor gestern der Oberbürgermeister Klaus Schmotz die neue Schatulle mit Zeitdokumenten versenken konnte, mussten die Magdeburger Spezialisten vom Naturstein- und Baubetrieb „Paul Schuster GmbH“ Peter Beneke, Rainer Dähre und Tobias Rosinsky noch eine kleine Gruft mit Hamer und Meißel im schon fast vollendeten Sockel aufbrechen.

Die Schatulle wurde bereits am frühen Morgen fest verschweißt, da die Stadt aus den Fehlern der letztmaligen Versenkung 1974 gelernt hatte. Die damalige Schatulle war nur gesteckt, und die meist aus Papier bestehenden Beigaben vom Wasser leicht angegriffen.

In dem neuen kupfernen Behälter befindet sich unter anderem ein Exemplar der Altmark Zeitung von gestern, ein Schreiben des Oberbürgermeisters „Der Roland ist das beliebteste Wahrzeichen der Hansestadt Stendal“, eine Keramik des ältesten Wappens der Stadt, eine Gedenkmünze „850 Jahre Hansestadt Stendal, die Urkunde aus der Vorgängerschatulle: „Der Roland in Stendal“, die denkmalrechtliche Genehmigung zur Sanierung des Rolands, eine Stendaler Stadtbroschüre sowie ein Fünf- und Zehn-Euro-Schein. „In 200 oder 300 Jahren wissen die Menschen vielleicht nicht mehr, was Geld ist“, begründete Schmotz die Banknoten.

Vor Ort begutachteten die Schüler einer sechsten Klasse des Winckelmann-Gymnasiums den Baufortschritt und den historischen Akt, den der Oberbürgermeister im Beisein von Bärbel Hornemann von der Unteren Denkmalschutzbehörde und Ingelore Dopslaff vom Tiefbauamt vollzog.

Von Ronny Kauerhof

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