Hallstraße: Vielleicht sind Rechtsmittel möglich / Keine Bauarbeiten geplant

Schaden wird noch geprüft

Weil beim Einbau einer Schicht unterhalb der Fahrbahn Fehler gemacht wurden, ist die Hallstraße wenige Jahre nach ihrer letzten Sanierung schon wieder lädiert. Foto: AZ-Archiv
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Weil beim Einbau einer Schicht unterhalb der Fahrbahn Fehler gemacht wurden, ist die Hallstraße wenige Jahre nach ihrer letzten Sanierung schon wieder lädiert.
  • Mike Höpfner
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Stendal. „Das sind Abnutzungserscheinungen, die in diesem Maße nicht akzeptiert werden können“, sagte der ehemalige Stadtsprecher Klaus Ortmann noch zum Ende des vergangenen Jahres über den Zustand der innerstädtischen Hallstraße.

Der Einbau der Schicht unterhalb des Pflasters sei nicht ordnungsgemäß erfolgt. Weil die Straßenbauarbeiten im Winter ruhten, habe sich der Zustand der Tragschicht negativ verändert. Aktuell soll ein Gutachten klären, wie groß der entstandene Schaden tatsächlich ist. „Die Prüfung, inwieweit ein Schadensausgleich rechtlich durchsetzbar ist, ist noch nicht abgeschlossen“, sagt Stadtsprecher Philipp Krüger nun auf AZ-Anfrage.

Die letzte Sanierung der Hallstraße ist noch nicht lange her. Rund sechs bis sieben Jahre, wie es seitens der Verwaltung heißt. Und schon gibt es eklatante Mängel. So fließe zum Beispiel Regenwasser nicht ordentlich ab. Auch sollen sich gewisse Stoffe entmischt haben, die nur in der richtigen Mischung die Tragfähigkeit der Straße gewährleisten, wie die Verwaltung erklärt. Es gebe dadurch Schichten, die kein Wasser mehr durchlassen, weshalb sich die Straße auf Dauer verändert. Diese Schäden habe auch der bestellte Gutachter schriftlich bestätigt.

Bereits Ortmann betonte Ende des Jahres, dass es in der nächsten Zeit zu keiner erneuten Sanierung kommen werde. Sein Amtsnachfolger Krüger vertritt den gleichen Standpunkt. Es bestehe kein unmittelbarer Handlungsbedarf. „Nach fachlicher Bewertung geht von den Schadstellen keine Verkehrsgefährdung aus“, sagt Philipp Krüger.

Kurz nachdem der Schaden festgestellt wurde, sei bereits versucht worden, die ausführende Baufirma für den Schaden in Regress zu nehmen. Doch dafür sei bereits die Gewährleistungsfrist von fünf Jahren abgelaufen.

Doch es gibt trotz der Baumängel, die eigentlich so nicht da sein dürften, einen Silberstreif am Horizont. Denn die Hallstraße ist vermutlich die einzige Verkehrsader, bei der so kurz nach der Sanierung die ersten Schäden auftreten. „Abstellend auf die ermittelte Ursache sind bei anderen Straßen im Stadtgebiet ähnliche Probleme nicht zu verzeichnen“, so die Stimme der Verwaltung. Was die Prüfung auf Schadensausgleich ergibt, bleibt abzuwarten. Wohl auch, ob der Straßenkörper noch einmal für Arbeiten geöffnet werden muss.

Von Mike Höpfner

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