Stadt schafft Belüftungstechnik an

Schwanenteich in Stendal darf durchatmen

Der Schwanenteich in Stendal ist von Entengrütze bedeckt.
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Schon wieder bedeckt eine Schicht aus Wasserlinsen, auch Entengrütze genannt, und Algen den Teich. In Jahren zuvor färbte sich das Ganze später irgendwann rot.
  • Marco Hertzfeld
    VonMarco Hertzfeld
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Es scheint aus dem Gleichgewicht: Der Schwanenteich in Stendal wird belüftet. Allzu schnell bildet sich auf dem Gewässer im Ostpark eine Schicht aus Wasserlinsen und Algen. Der Modder färbt sich dann oft rot.

Stendal – Der Schwanenteich im Ostpark in Stendal soll eine Belüftungsanlage erhalten. „Die anhaltenden Probleme mit der Wasserlinse und Algen, die das Wasser rot färben, machen ein Handeln erforderlich“, teilt Rathaussprecher Armin Fischbach in dieser Woche auf Nachfrage der AZ mit. Die Stadt rechnet mit Ausgaben in Höhe von 25.500 Euro und möchte vom Förderprogramm „Lebendige Zentren“ profitieren. 17.000 Euro könnten von Bund und Land kommen, 8500 Euro wären Eigenmittel. Umgesetzt werden soll das Vorhaben im Jahre 2023. In der jüngeren Vergangenheit war die Oberfläche des Teiches in besonderer Lage immer wieder einmal von einem dichteren Pflanzenteppich bedeckt. Weil sich das Ganze mitunter auch auffällig färbte, zeigten sich nicht zuletzt Bürger besorgt.

Technik ähnlich der vom Stadtsee

„Der Schwanenteich ist ein künstlich angelegtes Gewässer, daher bedarf es auch hier der Unterstützung durch Technik, um das Gewässer in einem für Tier und Mensch annehmbaren Zustand zu halten“, meint Fischbach. Zum Einsatz kommen soll ähnliche Belüftungstechnik wie auf dem Stadtsee. Dort schwimmen bislang zwei Anlagen und sorgen für mehr Sauerstoff, weitere sind geplant. Im Sommer 2019 war es zu einem größeren Fischsterben im Stadtsee gekommen, zigtausend Kadaver mussten entsorgt werden. Den Schwanenteich hatte es im gewissen Maße einige Jahre zuvor getroffen. Wobei beide Gewässer ansonsten nicht viel gemeinsam haben, schon von der Größe her.

„Aufgrund der anhaltenden Trockenheit scheint es wenig realistisch, auf eine baldige natürliche Erholung zu warten.“ Heißt also: Auch der Teich kommt auf die Liste. „Die Erholung eines Gewässers ist ein langwieriger komplexer Prozess, der sich über Jahre hinzieht und stark durch äußere Umweltfaktoren beeinflusst wird. Dieser Prozess muss irgendwann gestartet werden“, führt der Rathaussprecher aus. Prinzip und Technik scheinen gesetzt. Ob die Stadt auf denselben Hersteller wie beim Stadtsee vertraut, bleibt abzuwarten. Seit Ende Februar arbeiten die beiden Inseln dort gegen eine bis zu 80 Zentimeter hohe Schlammschicht an. Zerfallsprozesse am Boden sollen möglichst beschleunigt werden.

Kosten fünfstellig, Fördermittel avisiert

Schwarzmalen will Fischbach nichts, schon gar nicht beim Schwanenteich. Zumal: „Der niedrige Sauerstoffgehalt mag ein Problem sein, dennoch wird die Wasserqualität von den zuständigen Stellen so weit als hinreichend bewertet.“ Und weiter: „Die Qualität eines Gewässers wird nicht nur nach seinem Sauerstoffgehalt beurteilt. Temperatur, pH-Wert, Leitfähigkeit, Sauerstoffgehalt, Salzgehalt, Kalkgehalt und organischer Gehalt des Seewassers im Tiefenprofil, all diese Faktoren müssen berücksichtigt werden, um die Qualität beurteilen zu können.“ Und ganz offensichtlich schneidet der Stendaler Schwanenteich bei diesen Messgrößen nicht unbedingt schlecht ab.

Der Schwanenteich liegt quasi mitten im Ostpark oder Bebelpark, wie das Areal auch genannt wird. Das kleine Gewässer sei „integraler Bestandteil“ des Geländes und leiste „einen ganz entscheidenden Beitrag zu dessen Attraktivität“. Fischbach gerät gegenüber dieser Zeitung ein Stück weit ins Schwärmen: „Die naturbelassene Atmosphäre im Herzen der Stadt ist ein wertvolles Stück Lebensqualität für zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, die diesen nicht mehr missen möchten. Sein Wert für die Naherholung kann schwerlich überbewertet werden.“ Im Ostpark befinden sich auch ein Spielplatz und eine Trimm-dich-Strecke. Im Winter nutzen Familien einen Hügel auch gern einmal als Rodelpiste.

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