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Sanierung Dom St. Nikolaus: Bauabschnitt schreitet voran

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Von: Stefan Hartmann

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Zwei Dachdecker arbeiten auf einem Gerüst am Stendaler Dom.
Zwei Dachdecker verlegen Kirchenblei auf den Fensterbrettern des Hohen Chores des Stendaler Doms. Die Arbeiten sollen im laufenden Jahr abgeschlossen werden. © Hartmann, Stefan

Die Arbeiten am ersten Bauabschnitt zur Domsanierung sind in vollem Gange. Erste Erfolge sind bereits sichtbar: Einige Teile der Wand sind bereits deutlich trockener. Bis zum Abschluss der Arbeiten wird es aber noch dauern. 

Stendal – Arbeiten an Kirchen und anderen Gebäuden, die die Jahrhunderte überdauert haben, sind nie so ganz beendet, erklärt Pfarrer Markus Schütte im Schatten des Dom St. Nikolaus. Die aktuellen Arbeiten, die im vergangenen Jahr begonnen haben (AZ berichtete), sind jedoch erst der Anfang im Kampf gegen die Nässe.

Eine große Überraschung ist es nicht, dass im Bereich des Nordquerhauses besonders viel Wasser in den Sakralbau eindringt, erläutert Planer Jens Burckhardt. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so wirkt, sind die Zeichen doch eindeutig: Der östliche Teil des Nordquerhauses und einige Meter des hohen Chores waren ursprünglich nicht als Außenwand gedacht. Noch heute kann anhand der Feldsteine und ihrem plötzlichen Fehlen über einige Meter erkannt werden, wo früher die ursprüngliche Wand entlangführte. Mit dem Abriss und der Umfunktionierung der Innenwand konnte die Feuchtigkeit schließlich einfacher eindringen.

Die ersten 106 000 Euro sind bereits investiert. Weitere 60 000 sollen im laufenden Jahr dazu kommen. Rund 50 000 aus der Gesamtsumme stammen dabei aus Landesfördermitteln. Die Unterschiede sind bereits zu sehen: An mehreren Stellen sind die Fensterbänke neu mit Kirchenblei ausgedeckt worden. Eine Maßnahme, die, wie quasi alle Bauarbeiten, bedeutend teurer geworden ist, als geplant. Der Preis für das Material habe sich verdoppelt, sagt Schütte. Im Laufe des Jahres sollen alle Fensterbänke mit Blei ausgelegt werden. Auch der Boden wurde angepasst. Während im vergangenen Jahr noch Sträucher um einige Steintafeln am Nordquerhaus wucherten, ist der Boden nun bereinigt und die sogenannten Epitaphien verschwunden – die natürlich sicher aufbewahrt werden, bis feststeht, wie und wo sie angebracht werden können, stellt Schütte klar. Noch ist die Mulde etwas tiefer, als sie später werden soll. Es sollen noch weitere Geländemodellierungen folgen, erklärt Planer Burckhardt. Aber die Richtung wird bereits deutlich: Mit der neuen Gestaltung wird das Wasser vom Gebäude weggeleitet und so die Trocknung unterstützt. Später sollen auch die Fallrohre erneuert werden.

Einen viel weiteren Blick in die Zukunft will Schütte noch nicht wagen. Die Arbeiten sollen, sofern Wetter und Baufortschritt mitspielen, im laufenden Jahr beendet werden. Dann wird die Planung der weiteren Sanierung angestrebt. Rund 3,5 Millionen Euro Gesamtkosten wurden im Sommer 2021 geschätzt – ein Preis, der im Angesicht der derzeitigen Baukostensteigerung vermutlich noch höher geworden ist.

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