IM GERICHT Verhandlung geht mit zwei Aussagen weiter

Salzwedeler Drogenprozess: 250 Euro für das Anheuern

Die Angeklagten Nummer 2 (r.) und 4 haben in Stendal ausgesagt. Das Foto ist vom ersten Prozesstag.
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Die Angeklagten Nummer 2 (r.) und 4 haben in Stendal ausgesagt. Das Foto ist vom ersten Prozesstag.

Stendal – Zweiter Verhandlungstag gestern im Salzwedeler Drogenprozess: Zwei weitere Beschuldigte, die Angeklagten Nummer 2 und 4, haben vor dem Stendaler Landgericht in eineinhalb Stunden ausgesagt.

Durch seine gestrigen Angaben muss die Rolle des Angeklagten Nummer 2, eines 30-Jährigen, noch einmal relativiert werden. Die AZ hatte ihn als Beschaffer der Drogen bezeichnet; nun jedoch scheint klar zu sein, dass er zumeist den Nachschub empfangen, gelagert und weitergereicht hat. Das Bestellen der Drogen war demnach hauptsächlich Sache des Chefs gewesen, des 32-jährigen Angeklagten Nummer 1.

Der 30-Jährige, der zuletzt in Magdeburg lebte, schilderte, wie er den Kontakt zu einigen der anderen Beschuldigten hergestellt hatte. Die Öffentlichkeit erfuhr auch, dass er für eine Weile für das Abarbeiten der Bestellungen über das Darknet zuständig gewesen war – und zwar bevor der Angeklagte Nummer 3, ein 22-jähriger Salzwedeler, seinen Job im November 2018 übernahm. Über diesen hat die AZ ausführlich in der gestrigen Ausgabe berichtet.

Angeklagter Nummer 4, ein 26-jähriger Salzwedel, sprach davon, wie er Leute für den Drogenhandel anheuerte und dafür im Freundeskreis fündig wurde. 250 Euro habe er bekommen, dazu so viel Gras, wie er rauchen konnte. Außerdem, so der Angeklagte, habe er Kokain für den Eigenbedarf gekauft.

Der gesamte Prozess sei nicht mehr so umfangreich, wie das Gericht gestern andeutete. Neben der Aussage des vermutlichen Kopfs hinter dem Online-Drogenhandel (Angeklagter Nummer 1) stehen noch die Aussagen von Polizisten und Sachverständigen auf dem Plan. Der nächste Verhandlungstag ist für Freitag, 25. Oktober, angesetzt. Danach soll es laut Gerichtsaushang im Wochenrhythmus jeweils freitags weitergehen.

VON JENS HEYMANN

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