Stadt-Slogan wird zwiespältig aufgenommen

Sachsen-Anhalt-Tag in Stendal: „Wir haben ein Motto?“

Das Stadtmotto „Mittelalter trifft Moderne“ begeistert nicht alle Stendaler. Während die einen es passend finden, halten es andere für zu unkonkret.
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Das Stadtmotto „Mittelalter trifft Moderne“ begeistert nicht alle Stendaler. Während die einen es passend finden, halten es andere für zu unkonkret.

Stendal – Das neue Stadtmotto für den Sachsen-Anhalt-Tag 2022 steht seit einer Woche fest. „Mittelalter trifft Moderne“ hat den Wettbewerb der Hansestadt gewonnen.

Während es sowohl Meinungen der Stendaler gibt, die das gut oder schlecht finden, waren sich alle Befragten in einer Sache einig: Gehört hatten sie davon noch nichts.

„Wir haben ein Motto?“, entgegnet Regina Gehlhar auf die Frage, was sie vom neuen Stadtmotto für den Sachsen-Anhalt-Tag halte. Sie höre damit zum ersten Mal davon. Es spreche nichts dagegen, jedoch wisse sie nicht so genau, was damit gemeint ist. „Es wirkt ein bisschen leer“, erklärt sie weiter. So sei für sie nicht eindeutig klar, welches Mittelalter, welche Moderne treffe.

Klarere Vorstellungen löst das Motto hingegen bei Isolde Freytag aus. Sie findet, dass es die Stadt gut widerspiegelt, da sich die Stadt sowohl mit alten Gebäuden, aber auch vielen Neuerungen und Sanierungen zeigen könne.

Auch eine 48-jährige Stendalerin, die mit ihrem Kind an der Sperlings-Ida unterwegs war, hatte bisher noch nichts davon gehört. Während ihr erstes „Es klingt nicht verkehrt“, noch ein wenig verhalten ist, wird sie nach kurzem Überlegen sicherer. Das Motto passe gut zur Stadt. Alte Gebäude würden erhalten und gleichzeitig habe sich viel in Stendal getan. „Es passt zum Aussehen der Stadt“, urteilt sie. Dass sich so viel in den vergangenen Jahrzehnten in der Stadt getan habe, begeistere sie.

Zwei Studentinnen, die an der Breiten Straße ein Eis essen, sind ebenfalls überrascht. Weder vom Motto, noch vom dazugehörigen Wettbewerb hätten sie etwas gehört. „Sind wir schon modern?“, stellen sie als Gegenfrage. Modernität bedeute auch Mut zu beweisen, neue Konzepte und Ideen auszuprobieren. Was jedoch Nachhaltigkeitsprojekte, wie die Installation von Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden angehe, sei die Stadt eher konservativ. Vielleicht sei es aber auch eher so zu verstehen, dass Stendal mittelalterlich sei und moderne Besucher zum Sachsen-Anhalt-Tag erwartet werden, scherzen sie. Nur Schlechtes haben sie über die Hansestadt jedoch nicht zu berichten. „Stendal hat viel zu bieten“, sind sie sich einig. Gerade als „Zentrum in der Fläche“ zeige sich die Stadt gut vernetzt. Das sei auch eine der Stärken des Ortes. Dementsprechend hätten sie sich eher ein Motto gewünscht, dass den Kontakt der Menschen untereinander betont.

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