Landkreis beim Sachsen-Anhalt-Tag 2022

Landesfest in Stendal soll Coup für Region sein

Ein Polizist legt Egon Olsen Handschellen an. Die Filmfigur trat beim Sachsen-Anhalt-Tag in Osterburg 2007 auf.
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Wenn es um den ganz großen Coup geht, ist Egon Olsen nicht weit. Ein Schauspieler des Holzhaustheaters Zielitz hatte beim Sachsen-Anhalt-Tag in Osterburg seinen Auftritt. Welchen Coup Stendal 15 Jahre später landen wird, bleibt abzuwarten.
  • Marco Hertzfeld
    vonMarco Hertzfeld
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Wenn der Sachsen-Anhalt-Tag 2022 in Stendal und somit quasi vor der eigenen Haustür stattfindet, will der Landkreis mitmischen. Und damit sind schon fast automatisch auch Osterburg, Seehausen, Havelberg und weitere Städte mit im Boot. Und: Das Landesfest soll die Altmark als Region bekannter machen.

Stendal – Dass sich der Landkreis Stendal am Sachsen-Anhalt-Tag in der Kreisstadt Stendal in nicht einmal mehr eineinhalb Jahren beteiligt, könnte sich schon fast von selbst verstehen. Doch der genaue Blick lohnt dann doch. Selbst bei den Landesfesten außerhalb war der Landkreis dabei, der finanzielle Aufwand lag zuletzt jedes Mal bei circa 15 000 Euro. Selbstverständlich sei der Landkreis bei einer solchen Großveranstaltung vor der eigenen Haustür „besonders bestrebt, sich bestmöglich zu präsentieren“, beteuert Kreissprecherin Angela Vogel nach Rücksprache mit dem Fachamt. „Mit Voranschreiten der Planungen in diesem Jahr werden sich die Zahlen dazu schärfen.“ Die Haushaltsplanungen für 2022 bleibe jedoch abzuwarten. Sachsen-Anhalt feiert vom 1. bis 3. Juli in der Hansestadt.

Noch stehen Corona und all die Beschränkungen wie eine Mauer. Dass es dahinter schon bald und rechtzeitig besser sein wird, darauf müssen die Organisatoren in Stendal vertrauen. Im Rathaus hatte man sich auch zuletzt zuversichtlich gezeigt, die Vorbereitungen laufen unter den besonderen Bedingungen weiter. Gegenteilige Signale soll es auch aus der Staatskanzlei in Magdeburg nicht geben. Ein Plan B sei noch nie diskutiert worden. Und natürlich, so hieß es in der Vergangenheit regelmäßig, sei die Stadt finanziell vorbereitet. Eine eigene Rücklage soll am Ende 150 000 Euro groß sein, Sponsorengelder und Standgebühren kommen hinzu. Dass ein Sachsen-Anhalt-Tag kein unverzeihliches Minusgeschäft wird, daran dürfte auch das Land ein großes Interesse haben.

Finanzeinsatz stärker als sonst

Kreismitarbeiter stünden mit dem Vorbereitungsteam der Stadt „im regelmäßigen intensiven Austausch“. Es gibt laut Vogel die Vereinbarung, dass die Stadt mit ihren konkreten Anfragen auf den Landkreis zugehen wird und nicht umgekehrt. „Die einzelnen Ämter werden sich entsprechend ihrer Profession einbringen.“ Und weiter: „Die Straßenverkehrsbehörde des Ordnungsamtes des Landkreises zum Beispiel ist an der Arbeitsgruppe Verkehr, die die Stadt gegründet hat, beteiligt.“ Und natürlich: „Im Vorfeld gab es dazu bereits vielfältige Gespräche.“ Eine besondere Herausforderung für den Landkreis bestehe im nächsten Jahr darin, die Logistik in den Bereichen Verkehr sowie Ordnung und Sicherheit und die Unterbringung aller Mitwirkenden mit der Stadt zu organisieren.

Sicherheit eine große Aufgabe

Das Landesfest in Stendal, das fast 40 000 Einwohner zählt, sei nicht nur ein Ereignis in der Hansestadt selbst. Zumal das Motto „Mittelalter trifft Moderne“ auch auf andere Kommunen im Landkreis zutreffe. „Sehen wir uns nur Havelberg, Tangermünde, Osterburg oder Seehausen an, um nur einige zu nennen.“ Der Landkreis Stendal und sicher nicht zuletzt die Region Altmark rückten „in den Fokus der Öffentlichkeit“. Die Sprecherin zeigt sich überzeugt: „Eine Erweiterung des Bekanntheitsgrades unseres Landkreises ist eine logische Folge. Eine bessere Werbung kann es nicht geben.“ Menschen aus dem gesamten Landkreis wollten beim 23. Sachsen-Anhalt-Tag aktiv dabei sein. Vogel erwartet einen „bunten Mix aus Unterhaltung, Wissenswertem und kulinarischen Genüssen rund um die Altmark“ im Altmärkischen Dorf.

Regionaldorf vor eigener Haustür

Der Landkreis Stendal war auf allen Landesfesten der Vergangenheit vertreten. Schon zur zweiten Auflage 1997, als Stendal das erste Mal den Sachsen-Anhalt-Tag ausrichtete, riefen Landkreis Stendal und Altmarkkreis Salzwedel das Altmärkische Dorf ins Leben. „Somit waren diese beiden Landkreise die Initiatoren für die Schaffung der Regionaldörfer.“ Das „regionale Bewusstsein“ und ein „Gefühl des Miteinanders“ sei in beiden „sehr stark ausgeprägt“. Vogel weiter: „Man versteht sich eher als Region und sieht weniger die Landkreise als solche.“ Wie bereits bei den Landesfesten zuvor soll das Regionaldorf gemeinsam organisiert werden. Wer es nicht weiß: Das größte Heimatfest des Landes fand noch zweimal in der Altmark statt, 2007 in Osterburg und 2011 in Gardelegen.

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