Hinter den Kulissen regt sich was

Sachsen-Anhalt-Tag braucht seine Zeit: Stendals Finanzplan erst 2021 fix

Volkstümliche Gruppen in Trachten bewegen sich beim Festumzug 1997 auf der Straße Altes Dorf.
+
Volkstümliche Gruppen in Trachten bewegen sich beim Festumzug 1997 auf der Straße Altes Dorf.

Stendal – Die beiden nächsten Rolandfeste könnten eine Art Testlauf für den Sachsen-Anhalt-Tag 2022 werden. Vor allem hinter den Kulissen soll sich mit Blick auf die Großveranstaltung etwas ändern. „Optimierungen in der internen Organisationen“ sollen erprobt werden.

Was sperrig klingt, bedeutet offenbar vor allem erst einmal eines: Zusätzliche Kollegen in der Stadtverwaltung werden eingebunden. Dabei handele es sich um neu eingestellte Leute und Mitarbeiter aus Bereichen, die ansonsten nichts mit dem alljährlichen Stadtfest in Stendal zu tun hätten. Genaue Zahlen nennt Stadtsprecher Armin Fischbach nicht.

Die Miniaturausgabe eines Stadttores zieht ein Pkw huckepack durch das Stendaler Zentrum.

Die Erwartungen sind groß. Schon 1997 richtete Stendal das Landesfest aus, damals kam eine Viertelmillion Menschen in die Altmark. Die Sonne schien. 25 Jahre danach wird Sachsen-Anhalt ein zweites Mal in der Kreisstadt feiern. Lange Zeit wurde noch ein Geheimnis um Ausrichter und Datum gemacht, obwohl es nur einen Bewerber gab. Dass die Hanse- und Rolandstadt ihre Gäste vom 1. bis 3. Juli empfängt, darüber berichtete die AZ Anfang September, offiziell bekannt gegeben wurde der genaue Zeitpunkt gut einen Monat später. Gefeiert wird 2022 auch Stendals urkundliche Erwähnung im Jahre 1022.

Gerade einmal knapp zweieinhalb Jahre bleiben Zeit. „Die Vorbereitungen schreiten stetig voran, auch wenn es aktuell natürlich noch kleine Fortschritte bleiben“, lässt der Rathaussprecher auf Nachfrage wissen. „Bislang ist der Sachsen-Anhalt-Tag noch für keinen Beschäftigten die ausschließliche Tätigkeit.“ Er spiele eine zunehmende Rolle in allen mittelfristigen Projekten der Stadt und werde immer bedeutsamer, beteuert Fischbach. Motto und Plakat sollen in diesem Jahr über einen Wettbewerb öffentlich ausgeschrieben werden. Auch Veranstaltungsfläche und Route des Festumzugs würden allmählich konkreter.

Die Finanzierung ist noch nicht in trockenen Tüchern. „Zusätzlich zu unseren Geldern rechnen wir natürlich auch mit Mitteln des Landes. Der genaue Umfang ebendieser lässt sich bislang aber leider nicht beziffern, was natürlich auch unseren derzeitigen Planungsspielraum einschränkt.“ Endgültige Gewissheit gebe es erst mit der Freigabe des entsprechenden Landeshaushaltes für 2021 und nach der Wahl des Landtages im Juni des Jahres. So gerechnet, bleiben etwas mehr als ein Jahr für sichere Rechnungen. Inwieweit ein solches Prozedere üblich ist, lässt der Rathaussprecher offen.

Auch auf andere gängige Töpfe geht Fischbach diesmal nicht weiter ein. Stendal selbst baut nach einem Stadtratsbeschluss bereits eine Rücklage von jährlich 30 000 Euro auf. Im Jahr 2022 wird sich das Geld auf 150 000 Euro summiert haben. Darüber hinaus dürfte das kommunale Veranstaltungsmanagement auf Sponsorengelder und Standgebühren vertrauen und damit ein Stück weit kalkulieren. Dass ein Sachsen-Anhalt-Tag kein unverzeihliches Minusgeschäft für den Ausrichter wird, daran dürfte schon die Landesregierung ein großes Interesse haben. Die Kasse sollte unbedingt stimmen.

Sachsen-Anhalt-Tag und Stadtjubiläum in einem. Dass zur selben Zeit auch das Altmärkische Heimatfest in Stendal über die Bühne gehen und es zu einem Teil der Großveranstaltung werden könnte, davon hat Norbert Lazay, der Vorsitzende des Heimatbundes, kürzlich in der AZ gesprochen. Eine offizielle Anfrage will die Stadt noch nicht bekommen haben. „Der Heimatbund hat sich diesbezüglich noch nicht an unser Organisationsteam gewandt“, teilt Fischbach mit. „Gerne sind wir zum Austausch mit dem Heimatbund bereit, um diesbezüglich Möglichkeiten zur Kooperation zu erörtern.“

Das alljährliche Rolandfest findet 2020 aller Voraussicht nach vom 5. bis 7. Juni statt. Verlässliche weitere Informationen sind auf der Internetseite der Stadt noch nicht zu finden. „Die kommenden Rolandfeste werden für unsere Bürger zum größten Teil so anmuten wie bisher und ihnen hoffentlich ein aufregendes, ausgelassenes Wochenende bescheren“, heißt es noch aus dem Rathaus. Und: Einheimische und Gäste könnten sich offenbar auf einige Überraschungen freuen. „Diese Überraschung wollen wir uns aber noch etwas aufsparen.“ Stendaler dürften auf die nächsten zwei Rolandfeste und dann schließlich das Landesfest gespannt sein.

VON MARCO HERTZFELD 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare