Rote Karte für Stadion-Haltepunkt / Stadt pflegt derzeit 77 ÖPNV-Stationen

Stendals hässlichster Busstopp wird 2016 endlich erneuert

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Hässlich und marode: Täglich dürften Tausende Fahrzeuge den Busstopp am Stadion passieren. Ein Aushängeschild ist das Wartehäuschen an einer der wichtigsten Straßen Stendals schon lange nicht mehr. In diesem Jahr soll es endlich erneuert werden.

Stendal. Wer nicht unbedingt muss, tritt nicht hinein. Wem Wind und Wetter keine Wahl lassen, sehnt den Bus regelrecht herbei. Die Haltestelle nahe dem Stadion „Hölzchen“ wirkt nicht sonderlich einladend. Die Sitzflächen aus Plastik sind beschmiert und rissig.

In der steinernen Wand klafft ein handgroßes Loch. Es riecht leicht nach Urin. Die farbige Begrüßung von Gästen der Stadt und das Wappen sind verblasst und zum Teil unter schmutzigem Papier verborgen. Gesprühte Politparolen und Plakatreste der Kultur- und Gastronomieszene lassen das Häuschen noch schäbiger erscheinen. Und das an dieser repräsentativen Stelle. Die Stadt will nun endlich anpacken.

Womöglich handelt es sich um Stendals hässlichste Haltestelle. „Der Zustand des Wartehäuschens ist uns bekannt. Mit der Inkraftsetzung des diesjährigen städtischen Haushaltsplanes wird die Erneuerung beginnen“, informiert Klaus Ortmann auf Anfrage der AZ. Die Haltestelle an der Arneburger Straße gleich gegenüber dem Fußballstadion, dem Domizil von Lok Stendal, liege der Verwaltung besonders am Herzen. Die Anlage an einer der Hauptzufahrten in die Stadt wirke in der Tat nicht gerade einladend. „Hier wird in naher Zukunft etwas Neues entstehen“, bekräftigt der Rathaussprecher.

In dem Gebiet der Hansestadt Stendal werden derzeit 77 Haltestellen und Umsteigeanlagen für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) betrieben. Überdachte Wartemöglichkeiten sind längst nicht mehr in der Überzahl. Oftmals muss ein Pfahl für Fahrpläne, weitere Informationen und das bekannt H-Schild reichen. Verantwortlich für diese Anlagen ist die Kommune. „Der Zustand unserer Haltestellen ist nach unserer Einschätzung überwiegend gut. Eine regelmäßige Kontrolle bewertet diese Einrichtungen, prüft die Standsicherheit, den Allgemeinzustand und die Sauberkeit“, erläutert Ortmann.

Der Investitionsbedarf sei im Moment recht überschaubar. Für Steckenführungsänderungen, erforderliche neue Haltestellen oder Verlagerungen aus straßenbaulichen und anderen Gründen sind im Schnitt jährlich 12 000 Euro eingeplant. In den vergangenen fünf Jahren wurden annähernd 35 000 Euro für die Reparatur der Verglasung, Schlosser-, Maler- und Dachdeckerarbeiten ausgegeben. Rund 15 000 Euro flossen für den Neubau einer Haltestelle in der Stendaler Ortschaft Volgfelde.

Mitarbeiter der Verwaltung müssen sich regelmäßig mit den Folgen von Zerstörungswut in der Einheitsgemeinde beschäftigen. „Grundsätzlich werden Strafanträge gegen Unbekannt gestellt. Für die Reparaturen werden Kostenangebote eingeholt und die Instandsetzung veranlasst“, skizziert der Rathaussprecher das Prozedere bei Vandalismus. Die Kosten sind unterschiedlich hoch. „Es kommt immer darauf an, was zerstört wurde und in welchem Umfang.“ Eine Neuverglasung kostet pro Feld beispielsweise etwa 400 Euro.

Was das Aussehen angeht, gibt es laut Ortmann so etwas wie Einheitsmodelle. Die recht häufig verwendeten Haltestellenhäuschen in der Kernstadt seien ein Beispiel dafür. Aber gerade in den Ortschaften werde sich am Umfeld orientiert, eine Haltestelle solle sich möglichst harmonisch in die Umgebung einfügen. Wie genau der Busstopp am Stadion zukünftig aussehen wird, darüber informiert der Rathaussprecher noch nicht abschließend.

Von Marco Hertzfeld

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