Anwohner ärgern sich über Schmuddelgrundstück

Die  Rohrstraße in Stendal: „Zu einer Toilette verkommen“

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Der untere Bereich der Rohrstraße gehört zu Stendals größten Buckelpisten. Und Fußgänger haben in diesem Bereich keinen guten Stand. Hinzu kommt ein Schmuddelgrundstück.

Stendal. „Wir leben in einem neuen modernen Haus, nur vor die Tür treten darf man nicht“, schimpft ein Anwohner der Rohrstraße. Der obere Bereich der Einbahn sei in einem jämmerlichen Zustand.

„Die Gehwege fehlen, überall sind Stolperfallen, bei Regen steht das Wasser an vielen Stellen – und dazu dieser Dreck. “ Die Krönung sei ein unbebautes Grundstück. „Dieser Flecken Erde ist im wahrsten Sinne des Wortes zu einer öffentlichen Toilette verkommen. Nicht nur Hunde verrichteten dort ihr Geschäft, auch Menschen. Hinter dem überwucherten Bauzaun inmitten von Sträuchern könnten sich bald auch Ratten und anderes Viehzeug wohlfühlen, befürchtet der Anwohner, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte.

Der Zustand des Areals ist in der Stadtverwaltung bekannt. „Das Flurstück ist derzeit ungenutzt und macht daher optisch einen ungepflegten Eindruck“, bestätigt Stadtsprecherin Sandra Slusarek. Von irgendwelchen Gebäuderesten auf dem privaten Grundstück gehe aber zumindest derzeit keinerlei Gefahr aus. Auch so sehe das Ordnungsamt nach einer Besichtigung keinen Handlungsbedarf. „Das Flurstück ist bewachsen, brachliegend und es ist geringer Unrat, aber kein Abfall zu finden.“ Kurzum: Die kommunale Sicherheitsbehörde müsse nicht einschreiten.

Der untere Teil der Rohrstraße ist vor einiger Zeit komplett erneuert worden. Entlang der Strecke sind zusätzliche Häuser entstanden. Genauso wie danach im oberen Teil, auf der lange Zeit leeren Seite sind mehrere Mehrfamilienhäuser errichtet worden, ein Gebäude kommt momentan noch dazu. Allerdings müssen die neuen und alten Anwohner noch mit schlechten Gehwegen und einer maroden Fahrbahn leben.

Noch leben, denn es kommt Bewegung in den Sanierungsfall. Die Rohrstraße zwischen Karnipp und Winckelmannstraße soll dieses Jahr erneuert werden. Wann genau die Bauarbeiten beginnen, lässt Rathaussprecherin Slusarek allerdings noch offen. Die Kosten liegen bei etwa 340 000 Euro. Am Ende soll der Bereich so gestaltet sein wie schon der erste Bauabschnitt zwischen Breiter Straße und Karnipp. Nach Jahren der Tristesse habe sich der obere Abschnitt der Einbahnstraße positiv entwickelt. Fußgänger, Autofahrer und Radler nutzen einen modernen, zukunftsgerichteten Untergrund.

Das Bauprogramm für die gesamte Rohrstraße, eine Anliegerstraße, war bereits im März 2014 vom Ausschuss für Stadtentwicklung beschlossen worden. Die Planungen für den grundhaften Ausbau des Abschnittes zwischen Karnipp und Winckelmannstraße sind laut Stadtsprecherin mittlerweile abgeschlossen. Dazu gehören auch die für den Bau eines neuen Regenwasserkanals.

Die Arbeiten am vermutlich vorerst letzten Neubau an der Straße gehen voran. Anwohner hoffen, dass sich auch auf dem Problemgrundstück möglichst bald etwas tut. Zumindest sollte es aufgeräumt und nicht mehr als Lokus dienen können.

Von Marco Hertzfeld

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