Überführung muss erheblich mehr Verkehr aufnehmen

Röxer Brücke in Stendal vor Stresstest

Röxer Brücke
+
Die Röxer Brücke ist soweit in Form, sie soll im nächsten Jahr allenfalls ausgebessert werden. Wahrscheinlich ab 2023 muss sie für länger Zeit mehr Verkehr aufnehmen.
  • Marco Hertzfeld
    vonMarco Hertzfeld
    schließen

Stendal – Die Röxer Brücke gehört zu den größten und wichtigsten Überführungen in der Gegend und muss voraussichtlich ab 2023 für längere Zeit auch noch einen erheblichen Teil jenes Verkehrs aufnehmen, der sonst über die Kanonenbrücke ins Stadtgebiet fließt.

Grundsätzlich sei die Röxer Brücke gewappnet und ihr Zustand schon jetzt als sicher zu bewerten, „auch wenn sich einige optische Mängel nicht bestreiten lassen“, teilt Rathaussprecher Armin Fischbach auf AZ-Nachfrage mit. Für das nächste Jahr sind verschiedene kleinere Maßnahmen geplant. Die Gesamtkosten liegen geschätzt bei rund 15 000 Euro.

Arbeiter werden die Böschungstreppe reparieren, ein loses Erdungskabel befestigen und sich um den Kantenschutz der Borde kümmern. Risse auf der Fahrbahn sollen geschlossen werden, Geländer repariert. Und zum Teil müsse der Beton des Gehweges saniert werden, informiert Fischbach nach Rücksprache mit dem Fachamt und hat gleich noch einige Daten parat. Die lichte Weite zwischen den Widerlagern beträgt 80 Meter, breit ist die Brücke etwas mehr als elf Meter. Die Fahrbahn kommt auf siebeneinhalb Meter Breite, der Gehweg links und rechts auf jeweils eineinhalb Meter.

Die sogenannte Kanonenbrücke gleich neben der Magdeburger Brücke ist marode. Der langwierige Neubau wirkt sich erheblich auf den Straßenverkehr aus.

Die Röxer Brücke ist in den 1940er-Jahren errichtet worden. 1977 wurden die Stahlkonstruktion abgetragen und der neue Überlauf auf die vorhandenen Natursteinwiderlager montiert. „In den 80er-Jahren wurden auf die Widerlager noch Kopfbalken aus Stahlbeton aufbetoniert, um das Bauwerk anzuheben“, schaut der Rathaussprecher in die Geschichte. Gleichzeitig erneuerten Arbeiter die Straßenführung sowie die Böschungsbereiche. Zuletzt wurde die Überquerung einer Bahnstrecke 1995 umfassend saniert. 25 Jahre ist das demnach her. In absehbarer Zeit muss sich alles bewähren.

Wer aus südlicher Richtung mit dem Auto nach Stendal hineinfahren möchte, hat im Wesentlichen zwei Möglichkeiten. Die Brücke Röxer Straße ist die eine, die Kanonenbrücke die andere. Wenn in den vergangenen Monaten in verschiedenen Medien von einem Großprojekt die Rede gewesen sei, könne damit nur die Kanonenbrücke gemeint sein, sorgt Fischbach für Klarheit. Diese Brücke soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden, die Arbeiten dauern voraussichtlich gut zwei Jahre. Unmittelbar an die Kanonenbrücke schließt sich die Magdeburger Brücke in Zuständigkeit des Landes an.

Röxer Brücke und Kanonenbrücke sind Einfahrtstore in die weitere Kernstadt. Fällt eine Überführung aus, hat das erhebliche Auswirkungen auf den Verkehr. Dass die Kanonenbrücke voraussichtlich erst ab 2023 ersetzt werden muss, dürfte bei den Organisatoren des Sachsen-Anhalt-Tages, der im Juli 2022 in Stendal stattfindet, für Erleichterung gesorgt haben. Den überwiegenden Kostenanteil am Brückenbau wird die Deutsche Bahn tragen. Der Konzern lässt zurzeit den Hauptbahnhof erneuern. Zudem wird eine westöstliche Eisenbahnstrecke ausgebaut. Die Brücke entspricht nicht mehr den Anforderungen, ihre Nachfolgerin soll breiter sein und vier statt nur zwei Gleise überspannen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare