Rock unter den Eichen-Festival: Dienstältestes Metal-Ereignis in Sachsen-Anhalt

Mit elftem Rude auf die Zwölf

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Dr. Living Dead aus Schweden bringen eine Mischung aus Thrash Metal- und Hardcore-Elementen auf die Bühne.

Bertingen. Folgende zwei Tage im Juli sollten sich Freunde von Rock und Metal in ihren Terminkalender eintragen – 25. und 26. Juli 2014. Mittlerweile ist das Rock unter den Eichen-Festival, kurz RUDE, zu einem eher offiziellen Geheimtipp geworden.

2004 ging das Kultfestival zum ersten Mal im beschaulichen Bertingen über die Bühne. Ein kleiner Ort im Süden der Altmark, der aber schon große Bands wie Napalm Death, Die Apokalyptischen Reiter, Sodom, Tankard, Grave, Ensiferum, Legion of the Damned und viele mehr gesehen hat. In diesem Jahr geht das Festival bereits in die elfte Runde, die ersten Bands stehen bereits fest.

Morgoth sind ohne Zweifel eine Ausnahme-Kultband der deutschen Death Metal-Szene, die 2014 auf dem RUDE eine ihrer ganz seltenen DeutschlandShows spielen wird. Selbe Musikrichtung, anderes Ursprungsland: Mit Obituary kommen Musiker aus Florida, USA, in den Norden Sachsen-Anhalts, Deutschland. Aber warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Mit Torturized werden Fans des Genres feinsten Death Metal aus Magdeburg erleben können.

Aber auch andere Richtungen der harten Gangart kommen zu Gehör. Metalcore spielen die Jungs von See You On Monday. Mit dieser Band gibt der Veranstalter einer lokalen Band die Möglichkeit, erste Festival-Erfahrungen zu bekommen. Erfahrene Musiker auf den Bühnen dieser Welt sind dagegen die Schweden von Dr. Living Dead. Auch sie gehören 2014 zum Line up. International geht es mit Gutalax weiter. Die Tschechen machen Grindcore, der sich um die Gürtellinie herum bewegt.

Einer, der im vergangenen Jahr bereits mit seiner Band Asphyx unter den Eichen spielte, war Martin van Drunen. Der Niederländer wird 2014 mit seinem Projekt Hail of Bullets die Szene bereichern. Musikalischer Hochgenuss wird auch mit der polnischen Band Hate aufs RUDE kommen. Das bisher feststehende Line up komplettieren Nachtgeschrei, Izegrim, Kali Yuga, Torment, Winterstorm, Brutal Unrest sowie Growth.

Zu den Gegebenheiten: Nicht wenige Festgäste kommen aus dem Dorf, selbst wenn sie sonst mit Metal nichts am Hut haben. Bewohner von Bertingen, die sich der Zwangsbeschallung nicht entziehen können – manche wandern übers RUDE-Wochenende aus – zahlen zum Fest keinen Eintritt, genauso wie die Bewohner der Nachbarorte Kehnert, Mahlwinkel und Uetz. Wer von außerhalb kommt, zeltet nahe beim Festivalgelände auf zwei verschiedenen Campgrounds kostenlos neben dem Auto. Von den Zeltplätzen aus gelangt man zu Fuß durch den Wald zum Festivalgelände.

Das sonstige Umfeld stimmt auch: Per kleinem Fußmarsch geht’s in das nahe gelegene Feriendorf „La Porte“, wo die ganz Harten, die ohne weiches Bettchen und geordnete Verhältnisse kein Festival überstehen, eine gute Unterkunft finden. Wer will, kann im Indianer-Tipi-Dorf in der Nähe stilecht in Ranger-Manier auf der Terrasse bei Bisonsteak abhängen und auch dort für kleines Geld sein Zelt aufschlagen. Der Bertinger See bietet zudem Gelegenheit zur Abkühlung. Auf jeden Fall bleibt das Festival an sich am letzten Juli-Wochenende ungeschlagen der Hauptact und ist für den Metaller, der ein gepflegtes und überschaubares Ambiente schätzt, auf jeden Fall eine Reise wert. Mehr Informationen und Tickets findet man unter www.rockunterdeneichen.de. Wer sich mit anderen – mit dem RUDE erfahrenen – Metalheads austauschen will, kann sich auch unter www.facebook.com/RUDE.Festival einloggen.

Von Alexander Postolache

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