Gebürtige Dortmunderin begeisterte ihre viel zu kleine Hörergemeinde

Mit Rigoletto Brillanz gezeigt

Pianistin Tatjana Blome

hh Stendal. Ihren Soloabend begann Pianistin Tatjana Blome mit zwei Sonaten von Beethoven. Die gebürtige Dortmunderin ist begehrte Virtuosin in Kammermusikensembles, hat internationale Konzerterfahrung und steht als Liedbegleiterin in hohem Ansehen.

Die Sonate „Der Sturm“ wird oft mit dem gleichnamigen Shakespeare-Drama in Verbindung gebracht. Mit ihr erreichte Beethoven in Inhalt und Form seine Meisterschaft in der zweiten Schaffensperiode. Die verblüffende Wirkung bezieht die Sonate durch die damals völlig neuartige Gestaltung des Anfangssatzes. Aus Ruhe und Stille heraus wird das Werden und Wachsen der musikalischen Gebilde präsentiert. Unvermittelt stehen ein arpeggio-artiger Akkord und freie Lauffiguren gegenüber.

Technische Brillanz in den Themen und inhaltliches Bemühen um tiefes Eindringen in die Bedeutung der musikalischen Motive zeichnete das Spiel der Pianistin aus, die gleichermaßen wie in sich versunken als auch theatralisch aufwühlend die Beethoven-Sonate gestaltete. Das Gleiche gilt für den Wiener Klassiker „Waldsteinsonate“. In Harmonie stehen beide Sonatensätze wie das „Aufblühen eines lichten strahlenden Tages“.

Ihre Brillanz zeigte die Solistin in der Rigoletto-Paraphrase von Liszt. Im Sinn des Virtuosentums zum Ende des 19. Jahrhunderts ist die Quartettmelodie des letzten Akts der Verdi-Oper mit Ausschmückungen versehen, die Blome für ihre Interpretationskunst nutzte. Mit der Sonate f-Moll op.5 fand Brahms eigene Stilelemente. Leidenschaftliche Lyrik und ausschweifende Harmonik stehen für die großartigen Genieeinfälle des Meisters. Herzlicher Beifall der viel zu kleinen Hörergemeinde verabschiedete die Pianistin.

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