Keine dritte Wahlperiode für Jörg Hellmuth / Kandidatur für Bundestag 2013

„Es ist der richtige Zeitpunkt für den Wechsel“

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Landrat Jörg Hellmuth

Stendal. Nach 21 Jahren als Landrat sucht Jörg Hellmuth (CDU) nach neuen beruflichen Herausforderungen. Nach seiner Zeit als Landrat des Altkreises Havelberg (ab 1991) und zwei Wahlperioden im Landkreis Stendal, wird es keine dritte Kandidatur geben.

Den 54-jährigen Wuster zieht es in die Hauptstadt. Für die Christdemokraten will er 2013 in den Bundestag einziehen. Das gaben Hellmuth selbst und Fraktionsvorsitzender Wolfgang Kühnel am Sonnabend in Stendal bekannt.

Zuvor hatte Hellmuth die versammelten Gäste der CDU-Klausurtagung im Hotel „Schwarzer Adler“ über seinen Entschluss informiert. „Ich habe den Landrat noch nie so emotional berührt gesehen“, schilderte Kühnel den Augenblick der Entscheidung. Doch: „Es ist die richtige Entscheidung.“ Da ist sich Hellmuth sicher. „Wenn man 21 Jahre dasselbe gemacht hat und so tief politisch verwurzelt ist, dann sehe ich den Bundestag als Herausforderung.“ Seine langjährigen kommunalen Erfahrungen möchte er nun in Berlin einbringen.

„Vor 13 Jahren bin ich angetreten, um das Land aufzubauen, aber dies wäre jetzt der letzte Zeitpunkt für einen Wechsel gewesen“, so Hellmuth. Er habe sich das gut und vor allem lange überlegt, schon bevor Kühnel ihn im vergangenen Herbst auf eine mögliche Kandidatur für Berlin angesprochen hatte. Doch den endgültigen Termin hatte Hellmuth immer weiter hinausgezögert. Das Kreis-Gremium der CDU sprach am Sonnabend eine einstimmige Empfehlung an die Mitgliederversammlung aus, Jörg Hellmuth als Kandidaten für den Bundestag aufzustellen. Die Mitglieder müssen nun am 12. Juni entscheiden. Auch ein Gespräch mit der Fraktion des Altmarkkreises Salzwedel steht noch aus. Das soll im September stattfinden.

„Ich will meine Amtszeit ordentlich beenden“, so Hellmuth, der 1992 in die CDU eintrat und seine erste Wahl zum Landrat noch als parteilos erlebte. Zwischen seinem letzten Arbeitstag als Landrat und der Bundestagswahl liegen rund sechs Monate. Zeit genug für den Wahlkampf. „Ich empfinde es als große Ehre und Verpflichtung.“ An eine mögliche Niederlage denkt Hellmuth aber noch nicht, ebenso Kühnel. „Wir werden alles dafür tun, dass es nicht scheitert“, erklärte der Fraktions-Chef.

Und wenn der Einzug in den Bundestag klappt, steht schon eines fest. Einen Umzug nach Berlin wird es nicht geben. Er habe hier seine Wähler und sei näher am Geschehen dessen, was er im Bundestag vertreten möchte. Eine Stunde, sieben Minuten – das ist die günstigste Zugverbindung zur Hauptstadt. Das hat Hellmuth beim jüngsten Besuch bei seiner Tochter in Berlin schon getestet. Um einen geeigneten Nachfolger macht er sich keine Sorgen, schließlich hat er mit Carsten Wulfänger, zweiter Beigeordneter des Landkreises, in den vergangenen Jahren einen Kandidaten selbst aufgebaut und mit den Aufgaben vertraut gemacht.

Von Bianca Lange

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