Magdeburger Verein ruft zur Demonstration auf

Regenbogen: Christopher Street Day in Stendal feiert Premiere

Teilnehmer am Christopher Street Day in Köln zeigen Fahnen und tragen Regenschirme.
+
Teilnehmer einer Parade zum CSD vor einigen Tagen in Köln. Die erste Veranstaltung dieser Art in Stendal soll am Sonnabend in einer Woche (18. September 2021) über die Bühne gehen.
  • Marco Hertzfeld
    VonMarco Hertzfeld
    schließen

Regenbogen-Aktivisten ziehen auf: Der erste Christopher Street Day (CSD) in Stendal soll vom Rathaus quer durch die Innenstadt führen. Die Organisatoren eines Vereins aus Magdeburg sehen Handlungsbedarf, queere Menschen litten gerade im ländlichen Raum unter Diskriminierung.

Stendal – Sie wollen mit ihren Regenbogenfahnen nach Stendal ziehen. Am Sonnabend in einer Woche soll es den ersten Christopher Street Day, kurz CSD, in der altmärkischen Kreisstadt geben. „Queere Menschen leiden noch sehr häufig unter Diskriminierung, Anfeindungen sowie Beleidigungen. Dies nicht selten innerhalb des ländlichen Raumes“, heißt es vonseiten der Organisatoren. Die Bedeutung dieser Veranstaltungen „in strukturschwachen Regionen“ wachse daher „von Tag zu Tag“. Der CSD ist ein Fest-, Gedenk- und Demonstrationstag von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgenderpersonen, die größten Umzüge in Deutschland finden in Berlin und Köln statt.

Passend zum bundesweiten Aktionstag „Grundgesetz für alle“ soll es in Stendal am 18. September bunt zugehen. Treffpunkt ist um 12 Uhr der Marktplatz, die Demonstration zieht ab 13 Uhr quer durch die Stadt. Von einem Wagen aus sollen politische Forderungen und Musik kommen. Mit von der Partie sei die Travestie-Ikone Tatjana Taft. Mit ihr erreicht das Projekt „CSD Sachsen-Anhalt“ die Altmark, ins Leben gerufen wurde es vom Verein CSD Magdeburg. „Ziel ist es, queere Sichtbarkeit in den ländlichen Raum von Sachsen-Anhalt zu bringen und somit für Toleranz, Vielfalt und Respekt einzustehen.“ Darüber hinaus solle das Projekt als Werbeplattform für „große und kleine Community-Angebote“ dienen.

„Stendal bedeutet für mich Heimat, weil ich hier aufgewachsen bin“, wird Falko Jentsch, Mitglied im Vereinsvorstand, im Schreiben zitiert. Und weiter: „Jetzt ist es Zeit für die Sichtbarkeit von queeren Menschen, denn dadurch werden Ängste abgebaut und Barrieren verringert.“ Vorstandskollege Michell Wenzel lädt alle Interessierten zur Demonstration ein. „Wenn wir uns alle an die 3G-Regeln halten sowie Abstand wahren oder eine Maske tragen, wird die Demonstration bestimmt ein Erfolg.“ Ab 15 Uhr soll es noch Zeit für einen Informationsaustausch, Gespräche und Diskussionen geben. Flagge zeigte der Verein mit dem Konzept „PopUp CSDs“ schon am 3. Juli in Schönebeck bei Magdeburg.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare