Prozessauftakt gegen drei Angeklagte

Rauferei wegen Zwei-Euro-Spende

mih Stendal. Sie sollen ihr Opfer in der Regionalbahn zwischen Stendal und Gardelegen geschlagen, getreten und beraubt haben, weil der Geschädigte ihnen weder Kleingeld noch Zigaretten habe geben wollen.

Daher müssen sich drei polnische Angeklagte wegen Raubes, räuberischer Erpressung und gefährlicher Körperverletzung seit gestern vor dem Stendaler Landgericht verantworten.

Aus dem Gericht

Zwei der Beschuldigten wollten in der gestrigen Verhandlung nichts zu der Anklageschrift sagen. Lediglich der Angeklagte S. räumte ein, am 13. August 2014 die Körperverletzung so begangen zu haben, wie sie ihm vorgeworfen wird. „Er hat sich im Suff geärgert, dass der Geschädigte H. nicht bereit war, zwei Euro zu spenden“, sagte sein Verteidiger Jan-Robert Funck. Durch eine „alkoholisierte Entgleisung“ sei es zu der Körperverletzung gekommen. Es habe seitens seines Mandanten keine Absicht zum Raub gegeben, sondern lediglich Enttäuschung über die mangelnde Spendenbereitschaft des Opfers. Jedem Angeklagten wurde ein Dolmetscher zur Seite gestellt, sodass simultan übersetzt werden konnte.

Der geladene Zeuge L. sagte aus, er habe zum Tatzeitpunkt in der gleichen Regionalbahn gesessen und das Geschehene beobachtet. Bereits am Stendaler Bahnhof hätten sich die Angeklagten „etwas daneben benommen“ und seien von der dortigen Polizei ermahnt worden. Auf dem Streckenabschnitt zwischen Jävenitz und Gardelegen sei es zwischen den Beschuldigten und dem Opfer H. dann zu Auseinandersetzungen gekommen, die L. beobachtet habe. Auf Nachfragen des Staatsanwalts Thomas Kramer räumte er letztendlich ein, er habe Schläge und Tritte lediglich gehört und könne zum jetzigen Zeitpunkt keine genauen Angaben mehr machen.

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