Tödliche Mahlzeit

Rattenplage an Stendaler Ladenzeile: Stadt bekämpft Nager mit Giftködern

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Unbeliebte Nagetiere: Ratten werden durch Abfälle und Lebensmittelreste angelockt.

Stendal – Im Gebüsch neben der Ladenzeile an der Stendaler Adolph-Menzel-Straße raschelt es. Verwundert recken Passanten die Köpfe, um den Ursprung des Geräusches auszumachen. Und da ist er: Flink quert eine Ratte die Treppe zwischen Einkaufsmarkt und Ladenzeile.

Sie entdeckt achtlos weggeworfenes Papier, das vermutlich mal um ein Butterbrot gewickelt war, greift danach und knabbert an dem Erbeuteten.

Situationen wie diese häufen sich derzeit nicht nur an der Ladenzeile. „Die Adolph-Menzel-Straße ist sicherlich das bekannteste Beispiel, wo wir aktuell mit Ratten zu kämpfen haben“, erklärt Stadtsprecher Armin Fischbach auf Nachfrage. Beispiele aus der Vergangenheit sind etwa die Schönbeckstraße und die Eisenbahnstraße. Doch woher kommen die unbeliebten Nager und wie kann man verhindern, dass diese Tiere sich weiter ausbreiten?

Frei lebende Ratten werden insbesondere durch entsorgte Abfälle mit Lebensmittelresten in Grünanlagen und Papierkörben angelockt, erklärt der Sprecher. Aus diesem Grund bittet die Stadt Anwohner, besonders auf die ordnungsgemäße Entsorgung ihres Mülls acht zu geben. Ein Verbot, Ratten mit Gift zu bekämpfen, gibt es nicht. „Vor einigen Wochen haben wir das aktuell betroffene Gebiet daher mit einer zertifizierten Schädlingsbeseitigungsfirma besichtigt“, erklärt Fischbach.

Zum Ablauf der Maßnahme: Das zuständige Unternehmen sucht das Umfeld nach Rattengängen ab, nimmt dabei Rabatten, Hecken und Laubhaufen ganz genau unter die Lupe. Sind die Fachleute fündig geworden, werden Käfige mit Giftködern ausgelegt. Nach einiger Zeit prüfen sie, ob die Köder angenommen wurden. Bei Bedarf werden Köder nachgelegt, bis diese nicht mehr angefressen werden.

Doch was einerseits wirkungsvoll ist, kann andererseits zur tödlichen Gefahr für all jene Tiere werden, die tote Nagetiere fressen. Insbesondere Greifvögeln kann die Rattenbekämpfung zum Verhängnis werden. Einzelne Naturschutzorganisationen weisen deshalb darauf hin, dass die Nager in Wäldern, Flurstücken und anderen Naturlandschaften nicht bekämpft werden sollten.

„In Städten ist diese Gefahr jedoch zu vernachlässigen“, heißt es aus dem Rathaus. Der Einsatz von Giftködern stelle eine der wenigen wirksamen und vor allem nachhaltigen Maßnahmen dar, die Ratten zu bekämpfen.

VON CHARLOTTA SPÖRING

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