Vermummte besprühen Zug

Randale am Rande des Fußballspiels

mei Magdeburg. Vermummte ziehen die Notbremse und besprühen einen Zug blau-weiß, Fans des Halleschen FC werfen Böller mitten in der Stadt, ein Kind erleidet ein Knalltrauma. Ein Fan zeigt der Polizei den Hitlergruß, in Zügen wird randaliert.

Diese Bilanz zog gestern die Bundespolizei nach der Fußballbegegnung zwischen dem 1. FC Magdeburg und dem Halleschen FC (AZ berichtete).

660 Gästefans hätten Züge der Deutschen Bahn genutzt, um nach Magdeburg zu reisen, 1284 Anhänger des FCM seien ebenfalls mit der Bahn gefahren. Der Fall mit der Notbremse hat sich bereits Donnerstagnacht ereignet, und zwar in einem Regionalexpress am Bahnhof Schönebeck. Zehn bis zwölf Vermummte hätten den Zug auf insgesamt 92 Quadratmetern mit blauer und weißer Farbe besprüht und den Zugführer unter Androhung von Schlägen gezwungen, im Zug zu bleiben. Im Zug befanden sich ca. 20 Reisende. Die Täter flüchteten danach in bereitstehenden Fahrzeugen. Der bedrohte Zugführer erlitt einen Schock, sein Zug, der in Richtung Halle unterwegs war, wurde sofort aus dem Verkehr genommen.

Im Vorfeld der Begegnung wurden am Wochenende noch drei weitere blau-weiße Graffitis durch die Bundespolizei festgestellt: am Haltepunkt Schönebeck-Süd an der Relaisstation und auf den Fahrplanvitrinen am Haltepunkt Magdeburg-Herrenkrug („FCM Zone!“) und im Hauptbahnhof Stendal (Magdeburger Fanbekundungen).

So geht die Polizei gegen Randale-Fans vor

Während der Anreisephase zogen Bundespolizisten am Hauptbahnhof Halle einen 28-jährigen Mann aus dem Zug, der ein T-Shirt mit beleidigenden Aufschriften trug. Auch im Magdeburger Hauptbahnhof trafen die Kräfte auf einen 37-jährigen Shirt-Träger mit der Aufschrift „ACAB“.

Auf dem Weg zum Hauptbahnhof Halle warfen vier HFC-Anhänger Feuerwerkskörper. Ein Böller landete direkt neben einer Familie. Der fünfjährige Sohn erlitt ein Knalltrauma. Bei den Männern fanden die Polizisten weitere Pyrotechnik und eine Sturmhaube.

Im Zug von Halle nach Magdeburg zeigte ein 33-Jähriger den Einsatzkräften den Hitlergruß und rief „Heil Hitler“. Dies bescherte ihm eine Anzeige wegen des Verwendens verfassungswidriger Kennzeichen. Ein 47-Jähriger schlug auf eine Deckenverkleidung im Zug ein. In einer anderen Regionalbahn, die von Stendal nach Magdeburg unterwegs war, schlugen Unbekannte eine Fensterscheibe ein.

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare