Stendal-Süd: Muharrem Edogdu sieht Verletzung der Menschenrechte

Raks AG will Versteigerung stoppen

Stendal-Süd: Die Raks AG glaubt, dass ihre Existenz absichtlich vernichtet werden soll. Foto: AZ-Archiv
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Stendal-Süd: Die Raks AG glaubt, dass ihre Existenz absichtlich vernichtet werden soll.

Stendal. Nach jahrelangem Verschwinden in der Versenkung meldet sich jetzt die Raks AG in Sachen Stendal-Süd: Sie hält die Zwangsversteigerung der Plattenbauten in der vergangenen Woche (AZ berichtete) für unzulässig.

Man wolle das Thema beenden, „jedoch nicht auf diese Art und Weise“, teilt Muharrem Edogdu, seit Dezember 2016 notariell bevollmächtigter Vertreter der Raks AG, mit.

Die Raks- AG habe die 554 Wohneinheiten im September 2012 erworben. Das Problem sei, dass dies nicht ins Grundbuch eingetragen wurde. Das wiederum sei dem Umstand geschuldet, dass der Notar im Ruhestand ist und das Grundbuchamt eine Akte verlangt habe, die zunächst nicht aufzutreiben war und in der letztlich die originale Kaufurkunde fehlte.

Der im Grundbuch eingetragene Eigentümer, Rechtsanwalt Nihat Celik, habe bestätigt, dass an die Raks AG verkauft worden sei und dass es keine offenen Rechnungen gebe. Eine Vormerkung im Grundbuch sei aber gelöscht worden. Im Februar dieses Jahres sei die Raks AG dann aufgefordert worden, für die Löschung der „betrügerisch eingetragenen Grundschuld“ in Höhe von 600 000 Euro und für die Eigentumsübertragung einen Betrag über 2442,50 Euro zu bezahlen, sagt Muharrem Erdogdu. „Wir können keine Grundschulden übernehmen, wenn die Rechte aus dem Kaufvertrag nicht mittels einer Auflassungsvormerkung abgesichert werden“, so Erdogdu weiter.

Die Raks AG habe offene Rechnungen nicht bezahlt, weil sie nicht als Eigentümer der Blöcke eingetragen war. Da kommt der Erdogdu schon seltsam vor, dass die Stadt die Plattenbauten abreißen lassen wollte, obwohl dort noch 150 Familien lebten.

Die Raks AG sei als unseriöses Unternehmen dargestellt worden. „Mit Abschaltung der Energie-, Trinkwasser- und Stromversorgung wurden die Menschenrechte verletzt und die im Kaufvertrag zugesagten Mieten sind ausgeblieben“, so die Auffassung Erdogdus. Für ihn sei eine regelrechte Existenzvernichtung der Raks AG betrieben worden.

Nun will die AG „bis zur Klärung“ der Dinge die Verschiebung eines neuerlichen Zwangsversteigerungstermins beantragen. Wie berichtet, hatten zwei Würzburger Geschäftsleute, die laut Edogdu mit der Raks AG in Verbindung stehen, gut eine Million Euro für die vier Blöcke geboten. Die Gläubiger wollen aber mehr Geld, weshalb der Zuschlag noch nicht erteilt wurde. Der Verkauf zu diesem Preis ist aber ebenso möglich wie ein erneuter Versteigerungstermin.

Von Ulrike Meineke

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