Bauamt empfiehlt „Verträglichkeit der Nutzungsansprüche“

Winckelmannstraße in Stendal: Radweg gesetzlich verboten

Die marode Winckelmannstraße soll nach der Generalkur ihrem bedeutenden Namen gerecht werden. 34 Parkplätze soll es geben, aber keinen Radweg.
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Die marode Winckelmannstraße soll nach der Generalkur ihrem bedeutenden Namen gerecht werden. 34 Parkplätze soll es geben, aber keinen Radweg.

Stendal – Die geplant 2021 startende Generalkur der Winckelmannstraße soll voraussichtlich rund 1,3 Millioen Euro kosten – und den maroden Zustand der 300 Meter langen Verbindungsstrecke im Herzen der Altstadt beenden.

Wie viel Raum dabei aber für Radfahrer und Parkplätze bleibt oder geschaffen wird, ist in den zuständigen Stadtpolitgremien zuletzt strittig debattiert worden.

„Hauptziel der Planung“ sei es, dass eine „Verträglichkeit der Nutzungsansprüche untereinander“ berücksichtigt werde, heißt es nun in einer Stellungnahme des Bauamtes zu einer jüngsten Kritik des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Auf Anregung der Interessenvereinigung sei der Sanierungsplan für die Straße, die den Namen des berühmten Sohns der Stadt trägt, zwar überarbeitet worden. Dennoch seien aber „nicht die Ziele einzelner“ maßgeblich, also nicht nur die der Radfahrer, sondern „alle Nutzungsansprüche“, heißt es dazu im Beschlussvorschlagstext.

Das Rathaus empfiehlt nach dem Abwägen aller Vor- und Nachteile von inzwischen fünf möglichen Gestaltungsmöglichkeiten die Nutzung von Variante I. Mit ihr sei Begegnungsverkehr zwischen Lkw und Pkw weiterhin möglich, was allein schon für ein Durchkommen der Abfallentsorgungsfahrzeuge nötig sei.

Auch sei der „Parkdruck“ sehr hoch, weil es keine Ausweichmöglichkeiten in zumutbarer Entfernung gebe. Und im Einklang mit dem derzeit entstehenden Innenstadt-Verkehrskonzept sei es auch nicht erforderlich, dass die Straße mit einem beidseitigen, separaten Radweg ausgestattet werde. Da dort auch weiterhin eine Tempo-30-Zone gelten werde, sei ein Radweg gar nicht zugelassen. Dies sei in der Straßenverkehrsordnung geregelt, wonach auf Tempo-30-Straßen keine Radwege gebaut werden dürften.

VON ANTJE MAHRHOLD

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