Queenslander packen an: In Townsville heißt es Aufräumen

AZ-Redakteur Alexander Postolache berichtet aus Australien.

xp Altmark / Australien. Fleisch, es sind nicht nur einige Kilo, sondern Tonnen an Fleisch, die vernichtet werden mussten. Ob Lamm-, Hühner- oder Schweinefleisch, die Regale der großen Einkaufsketten in Townsville sind wie leer gefegt. Kurz nach dem Zyklon Yasi war es der fehlende Strom, der die Kühlschränke und Lagerräume in der tropischen Stadt im Nordosten von Queensland auf Temperaturen brachte, die für Lebensmittel nicht geeignet sind. Täglich sind es 32 Grad.

Jetzt, fast eine Woche nach der Naturkatastrophe, sind es die vielen Menschen der Stadt, die die Regale leer kaufen. Das habe einen Grund, wie meine Gastmutter Julie mir verriet. Nach den Überschwemmungen, die den australischen Bundesstaat heimgesucht hatten, kauften die Leute auf Vorrat ein, auch viel Fleisch, das in die Gefriertruhen wanderte. Doch als der Zyklon die Stromleitungen kappte, verdarben die Fleischvorräte. „Einige haben aus der Not eine Tugend gemacht und spontane Grillfeste veranstaltet“, erzählte mir Gastvater Peter.

Vor neun Jahren, im Februar 2002, bin ich in Townsville als AFS-Austauschschüler gelandet. Ich hätte nicht gedacht, dass ich kurz nach einem Unwetter wiederkommen würde.

Mit dem Flieger startete ich von Cairns nach Townsville, wo ich damals zehn Monate lebte und auch zur Schule ging. Der Sturm hat die Stadt nicht so stark getroffen, wie es erwartet wurde. Die meisten Dächer blieben auf den Häusern. Nur viele Bäume müssen weggeräumt werden.

Queenslander packen aber an, viele Freiwillige aus anderen australischen Staaten sind vor Ort, um zu helfen. Entwurzelte Palmen werden aus den Gärten und von den Straßen geräumt, Stromverteiler repariert, die Infrastruktur wieder aufgebaut. Das Leben geht weiter, auch nach den Katastrophen Hochwasser und Zyklon.

Australier halten zusammen, auch wenn die politische Debatte über die Folgekosten der Naturkatastrophen erst begonnen hat. Doch es ist ein tolles Gefühl, über acht Jahre nicht dort gewesen zu sein und sich nach der ersten Sekunde wieder wie zu Hause zu fühlen.

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