Nutrias und Enten unbeeindruckt

Purpurbakterien färben Stendals Schwanenteich: Blutroter Schleier schwindet

Es sah aus, als würde der Schwanenteich bluten.
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Es sah aus, als würde der Schwanenteich bluten.

Stendal – Es sah aus, als würde der Schwanenteich bluten. Oder als hätte jemand einen Eimer Farbe ausgekippt. Alles, nur nicht alltäglich. Zur grünen Entengrütze auf dem künstlich angelegten See gesellte sich erst kürzlich eine auffällige, rote Färbung.

Nutrias und Enten ließen sich davon herzlich wenig stören und setzten ihren Badeausflug im Teich ungestört fort. Doch bei den Anwohnern der Rolandstadt sorgt die auffällige Farbe für Fragen.

Nutrias und Enten lassen sich von dem außergewöhnlichen Farbtupfer beim Bad im Schwanenteich keineswegs stören, sondern setzen ihre Aktivitäten unverändert fort. 

Von der Stadtverwaltung gibt es Erklärungen. „Nach ersten Untersuchungen ist die Ursache dafür die Entstehung bzw. die verstärkte Bildung von Purpurbakterien“, teilt Stadtsprecher Armin Fischbach auf AZ-Anfrage mit. Das Entstehen der Bakterien werde maßgeblich durch relativ warmes, sauerstoffarmes, flaches und stehendes Wasser begünstigt.

„Das alles trifft auf den Schwanenteich momentan zu“, bestätigt Fischbach. Denn über Wochen hat die Uchte trocken gelegen. Ein Wasserzufluss war somit nicht mehr länger gegeben. Vor allem am Sonntag sei die Verfärbung besonders stark zu sehen gewesen. Inzwischen ist der kräftige Farbtupfer wieder zurückgegangen. „Vermutlich aufgrund des Regens.“

Grund zur Sorge gebe es laut Angaben der Stadtverwaltung wegen der Purpurbakterien übrigens nicht. „Wir möchten betonen, dass die Bakterien nicht gesundheitsschädlich sind“, teilt Fischbach weiterhin mit.

Von Cyanobakterien, wie der Burgunderblutalge, welche ebenfalls Verfärbungen von Gewässern verursachen könne, werde momentan allerdings nicht ausgegangen. Wie der Stadtsprecher vom zuständigen Sachgebietsleiter im Landratsamt erfahren habe, würde die Alge die kalte Jahreszeit bevorzugen und sich in tieferen Gewässern ausbreiten.

Mit dem Farbtupfer ist der Stendaler Schwanenteich übrigens keine Ausnahme. Rotfärbungen von Seen treten weltweit auf und können die verschiedensten Ursachen haben. So verdankt der „Dusty Rose Lake“ in Kanada seine außergewöhnliche Färbung Gesteinspartikeln. Aber auch Salze oder Algen können der Gründe dafür sein.

VON LAURA KÜHN

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