Stadt betont Wert der historischen Wallanlage

Pulverturm: Nach Schmiererei in Stendal Anzeige erstattet

Der Pulverturm in Stendal ist mit Farbe und Kreide beschmiert worden.
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Ein Mix vermutlich aus Sprühfarbe und eher einfacher Kreide bedeckt Stellen, die von der Straße aus weniger gut zu sehen sind. Ein Reinigungstrupp soll zum Pulverturm in Stendal anrücken.
  • Marco Hertzfeld
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Nach den Schmierereien am stadthistorischen wichtigen Pulverturm in Stendal ist Anzeige erstattet worden.

Nach den Schmierereien am Pulverturm in Stendal hat das Ordnungsamt Anzeige gegen unbekannt erstattet wegen Sachbeschädigung. An dem stadtgeschichtlich wertvollen Bauwerk nahe der Hallstraße sind Farbstriche und Kreidespuren zu sehen (die AZ berichtete am 9. Juli 2021). „Dem städtischen Hochbauamt ist der Fall seit Ende letzter Woche bekannt. Dort wurden bereits die nötigen Schritte für eine Reinigung eingeleitet“, teilt Rathaussprecher Armin Fischbach auf Nachfrage mit. Das Ordnungsamt wisse erst seit vorgestern davon. Unverständnis über die Kritzeleien am Mauerwerk herrsche überall.

Stendals Wehranlage touristisch wichtig

Illegale Graffiti sind fast überall im Stadtgebiet zu finden. Der Pulverturm scheint lange Zeit davon verschont gewesen zu sein. „Der aktuelle Vorfall ist der einzige, der den Kolleginnen und Kollegen bislang bekannt ist. Denkmäler verfügen oft über einen gewissen Stellenwert in der Gesellschaft, weshalb die Hemmschwelle für Beschädigungen meist höher liegt“, meint Fischbach. Ganz frisch dürften Farbe und Kreide nicht sein. „Die Beschmierungen scheinen dort schon einige Zeit zu sein. Eine zeitliche Eingrenzung ist uns deshalb nicht möglich.“

Der Pulverturm sei der letzte erhaltende Wehrturm der ehemaligen Stadtmauern und damit ein wichtiger Bestandteil der historischen Wallanlagen, weiß der Rathaussprecher. Und weiter: „Die Wallanlagen markieren unsere wunderschöne Altstadt und sind ein Highlight unserer Stadtführungen. Dies schließt den Pulverturm freilich mit ein.“ Da der Pulverturm erst Anfang der 1990er-Jahre saniert worden sei, werde seine Bausubstanz als gut bis sehr gut eingeschätzt. Weder größere, noch kleinere Mängel seien bekannt. Natürlich: „Im Zuge der angedachten Reinigung wird der allgemeine Zustand noch einmal in Augenschein genommen.“

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