Zuhause statt Klinik: Was erst seit Jahresbeginn Kassenleistung ist, bietet PBZ-Team schon seit 2016

Psycho-Leiden vertraut kurieren

Psychische Leiden nehmen besonders auch in der dunklen Jahreszeit zu. Um Klinikaufenthalte zu vermeiden, gibt es ein Spezial-Team. Die Fachleute behandeln im vertrauten Zuhause – sofern die Patienten kooperationsfähig und motiviert sind.
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Psychische Leiden nehmen besonders auch in der dunklen Jahreszeit zu. Um Klinikaufenthalte zu vermeiden, gibt es ein Spezial-Team. Die Fachleute behandeln im vertrauten Zuhause – sofern die Patienten kooperationsfähig und motiviert sind.
  • Antje Mahrhold
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Uchtspringe/Landkreis. Ob alleinerziehende Mutter mit schulpflichtigen Kindern oder Angstpatient – was erst seit Jahresbeginn Kassenleistung ist, praktizieren Spezial-Mediziner des Salus-Fachklinikums Uchtspringe bereits seit zwei Jahren.

Das Team „Psychiatrische Behandlung Zuhause“ (PBZ) kümmert sich um Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen, die trotz akuter Behandlungsbedürftigkeit nicht ins Krankenhaus wollen – oder können. Etwa, weil sie schon allein die Vorstellung von einer fremden Umgebung verzweifeln lässt, weswegen für sie eine Behandlung im vertrauten Zuhause ermöglicht wird.

Laut Chefärztin Dr. Michaela Poley werde das Angebot „sehr gut angenommen“. Dies hänge damit zusammen, „dass zwischen Patient und Arzt abgewogen wird, ob diese Behandlungsform wirklich die Beste der denkbaren Optionen darstellt“, betont die Verantwortliche. Denn der Einsatz der ambulanten Spezialisten sei maßgeblich davon abhängig, dass sich die Patienten nicht selbst und andere gefährden würden. Auch müssten sie „kooperationsfähig“ und „motiviert“ sein. Poley: „Idealerweise gibt es auch mindestens eine verlässliche Betreuungsperson, die dem Kranken unterstützend und beratend zur Seite stehen kann.“

Die PBZ ziele aber nicht nur darauf, Krankenhausaufenthalte zu vermeiden oder zu verkürzen. Es gehe vor allem darum, unterstützende Ressourcen und soziale Bezüge im Wohnumfeld für die Bewältigung der psychischen Krise oder Erkrankung zu nutzen. Angehörige und Freunde des Patienten können in die Behandlung einbezogen werden, betonen die Verantwortlichen.

Ihre Erkenntnisse aus zwei Jahren will das Team im Rahmen einer Fachtagung der interessierten Öffentlichkeit in einer Art Zwischenbilanz vorstellen. Am 14. November gibt es dafür im Gesellschaftshaus am Harro-Wendt-Platz auf dem Gelände des Fachklinikums im Stendaler Ortsteil Uchtspringe bei einem Treffen in der Zeit von 14 bis 16 Uhr reichlich Gelegenheit, den Teammitgliedern zuzuhören.

Zum Thema sprechen laut Einladung neben Chefärztin Poley auch Oberärztin Viktoria Rademacher-Andris, die über die Organisation der sogenannten stationsäquivalente Behandlung sprechen wird. Team-Psychologe David Badke stellt erste Datenauswertungen vor und auch der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) ist mit Dr. Christiane Keitel vertreten. Dem Team von Chefärztin Poley (siehe Foto) gehören neben Rademacher-Andris und Badke noch Fachkrankenschwester Susanne Liestmann, Krankenschwester Gudrun Krüger, Sozialarbeiterin Friederike Dippner, Fachkrankenpfleger Christian Reber und Sekretariatsmitarbeiterin Nicole Abrams an.

Von Antje Mahrhold

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