Prozessauftakt im Fall Emily

Stiefmutter soll Kleinkind zu Tode geschüttelt haben

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Viele Bismarker nahmen Anteil an Emilys Schicksal und legten Blumen am Hauseingang nieder.

Stendal/Bismark. Mit einem Medienrummel begann heute vor dem Stendaler Landgericht die Verhandlung gegen die damalige Stiefmutter der verstorbenen Emily-Jolene.

Der 20-jährigen Angeklagten Katja B. wird vorgeworfen, das kleine Mädchen seit Dezember 2014 misshandelt und es Anfang Februar zu Tode geschüttelt zu haben. Seit dem 11. Februar sitzt B. in Untersuchungshaft.

Auch gegen den Kindesvater, den 30-jährigen F., wird ermittelt. Er soll von den Misshandlungen gewusst haben und habe diese billigend in Kauf genommen, indem er Emily weiterhin in der Obhut seiner Freundin ließ.

Wie Oberstaatsanwältin Ramona Schlüter in der Anklageschrift verlas, habe B. dem Mädchen am 1. oder 2. Februar „entweder gegen den Kopf geschlagen oder es so stark geschüttelt“, dass es zu einem Hirn-Ödem gekommen sei. In Folge dieser Gewalteinwirkungen starb die anderthalbjährige Emily in der Uni-Klinik Magdeburg.

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Verteidigerin Marleen Schmidt beantragte, die Verhandlung wegen fehlender Akteneinsicht auszusetzen und den Termin zu verschieben. Diesen Antrag lehnte die Große Jugendkammer unter dem Vorsitz von Richter Ulrich Galler ab. Schmidt hätte die Möglichkeit gehabt, in Stendal Einsicht zu nehmen. Galler entschied auch gegen Schmidts Antrag, die Hauptverhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit fortzuführen: „Das öffentliche Interesse hat Vorrang vor der Privatsphäre der Angeklagten.“

Unter den Zeugen, die heute vor das Landgericht geladen waren, befand sich neben Bismarker Nachbarn auch die Mutter der Angeklagten. Sie sieht in der Lebensweise des Kindsvaters eine deutliche Mitschuld.

Von Mike Höpfner 

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