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Prozess vertagt: Kein Ende in Sicht

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Symbolfoto © dpa

Stendal. Nach nur zwölf Minuten beendete der Vorsitzende Richter Ulrich Galler die Verhandlung gegen einen 51-Jährigen aus der westlichen Altmark, der sich wegen sexuellen Missbrauchs und Vergewaltigung vor dem Landgericht Stendal zu verantworten hat.

Der Mann steht wegen Straftaten vor Gericht, die sich zwischen Juli 2005 und Mai 2012 ereignet haben sollen (die AZ berichtete). Unter anderem soll er den Geschlechtsverkehr mit der damals achtjährigen Tochter seiner Lebensgefährtin vollzogen haben.

Im Gericht

Ein weiterer Anklagepunkt ist die Vergewaltigung seiner Lebensgefährtin. Die Verhandlung wird nach der erneuten Unterbrechung Anfang Januar vor dem Stendaler Landgericht fortgesetzt. Zu Beginn begründete Galler die Ablehnung zweier Beweisanträge, die von der Verteidigung gestellt worden waren. Diese hatten vor allem zum Ziel, durch ein Gutachten die Glaubwürdigkeit der Zeugen zu erschüttern. „Damit wären wir erneut am Ende der Beweisaufnahme angelangt“, meinte Galler, nachdem er die Begründung vorgelesen hatte. Doch zu den sich danach üblicherweise anschließenden Plädoyers kam es nicht, weil die Verteidigung erneut weitere Beweisanträge stellte.

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft beantragte, auch diese beiden Anträge abzulehnen. Auch deshalb, weil die Aussagen der Opfer, die heute 14 und 16 Jahre sind, durch andere Zeugen gedeckt worden seien. Daraufhin entwickelte sich ein Disput zwischen Verteidigung und Anklagevertreter, für den sich die Staatsanwaltschaft sogar bei Richter Galler entschuldigte. Der nahm die Geschichte eher sportlich und quittierte die Diskussion mit dem Satz: „Sie können sich hier gerne unterhalten.“ Zum Ende der Verhandlung machte Galler dann noch deutlich, dass sich die Kammer Gedanken über die Anträge machen werde. Die Entscheidung soll in der nächsten Verhandlung am 7. Januar bekanntgegeben werden. Er riet allen Beteiligten noch, zu der Sitzung den Terminkalender mitzubringen. Offenbar geht Galler nicht von einem raschen Ende des Prozesses aus, der in der Vergangenheit immer wieder durch Beweisanträge von Pflicht- und Wahlverteidiger unterbrochen worden war.

Von Arno Zähringer

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