Güteverfahren im ersten Anlauf gescheitert

Prozess um Stendaler Bankenskandal gestartet

STENDAL - Mit einem gescheiterten Güteverfahren hat am Dienstag der Prozess gegen den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Stendaler Kreissparkasse, Dieter Burmeister, vor der Zivilkammer des Landgerichts begonnen.

Dieser erste Termin war im Rahmen von Schadensersatzforderungen der Kreissparkasse als Güteverhandlung angesetzt worden. Um welche Gesamtsumme es geht, wurde nicht gesagt.

Der Vorschlag zur gütlichen Einigung scheiterte, weil sich der Anwalt des Beschuldigten nicht darauf einlassen wollte. In der Verhandlung wurden zwei Themengebiete diskutiert: der Fuhrpark des Beklagten sowie Baumaßnahmen an der Hallstraße und an einem Ausbildungszentrum der Sparkasse. Für Bauarbeiten im fünf- bis sechsstelligen Euro-Bereich sind laut Kläger keine zweiten Unterschriften eingeholt worden. Burmeister soll folglich große Projekte im Alleingang abgesegnet und damit seine Kompetenzen überschritten haben.

Burmeister begründete sein Verhalten damit, dass er als Vorstandsvorsitzender eventuell nötigen Unterschriften nicht hinterherjagen müsse. Daneben ging es um Ausgaben von 80 000 Euro, die Burmeister in einen Weinkeller für hochrangige Bankkunden investiert haben soll. Was Burmeisters Fuhrpark betrifft, so verwunderte vor allem die geringe Nutzungsdauer der Fahrzeuge von durchschnittlich nur sieben Monaten.

Die Autos wurden nicht geleast, sondern gekauft und kurze Zeit später, wahrscheinlich mit Verlust, wieder verkauft. Ein Geländewagen deutschen Fabrikats, der offiziell zu den Dienstfahrzeugen gehörte, soll aufwändig getunt worden sein. Auch ein Oldtimer, der aus Marketinggründen angeschafft worden sein soll, steht zur Debatte.

Laut Kläger existierte im Unternehmen keine entsprechende Marketing-Abteilung, das Auto soll hauptsächlich für private Teilnahmen an Rallyes genutzt worden sein. Die Beweisaufnahme rund um Burmeisters Fuhrpark soll frühestens Mitte September beginnen. - mih

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