Siebenbrodt kritisiert Sozialpolitiker

Mit Projekten kann man nicht Welt retten

Der Stendaler Stadtteil Stadtsee III: Dort leben die meisten Menschen mit sozialen Problemen oder Migrationshintergrund. Zusätzliche Hilfsangebote werden ob leerer Kassen geringer.
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Der Stendaler Stadtteil Stadtsee III: Dort leben die meisten Menschen mit sozialen Problemen oder Migrationshintergrund. Zusätzliche Hilfsangebote werden ob leerer Kassen geringer.

Stendal. „Versuchen wir doch möglichst viele in Arbeit zu bekommen. Damit würden wir viele Probleme erschlagen. “ Diesen hehren Wunsch hegt Klaus Siebenbrodt, Stadtteilmanager für Stadtsee III.

Seit 2011 ist er Ansprechpartner für die Bewohner, die den Weg ins Stadtteilbüro an der Adolf-Menzel-Straße finden. Gegenüber der AZ spricht er über das, was aus seiner Sicht für eine Vielzahl an Menschen in diesem Wohngebiet nötig wäre.

Klaus Siebenbrodt

Ganz oben auf seiner Liste steht die musische Bildung der Jüngsten. „Musikförderung ist in diesem Stadtteil besonders wichtig“, weiß er zu berichten. Mehrere geförderte Projekte hat es bisher für diesen Stadtteil gegeben, die den Kindern oftmals neue Welten eröffnet hätten. Doch die Fördertöpfe sind leer, das letzte Projekt dieser Art läuft in diesem Jahr aus. Und Neue sind nicht in Sicht. Es fehle am Geld. Für den Engagierten ist das Hangeln von Projekt zu Projekt, von Förderperiode zu Förderperiode „Flickschusterei an unterster Stelle“. Wer zukünftige Probleme vermeiden wolle, müsse für die Jugend Perspektiven entwickeln, „um Hartz-IV-Karrieren zu vermeiden“, betont Siebenbrodt und sagt weiter: „Man kann nicht mit Projekten die Welt retten, sondern nur mit Kontinuität.“ Und dazu seien langfristige, planbare Finanzmittel nötig, appelliert er an die Politik. „Integration ist ein ganz wichtiger Begriff“, führt er weiter aus. Dabei umfasse dies nicht nur Ausländer, sondern auch Behinderte oder sozial Schwache. Und mit Blick auf den Stadtteil hoffe er, dass mehr Wert auf Jugend- und Schulsozialarbeit gelegt werde. Mit der aktuellen Strategie der Politik würden Probleme kaschiert oder verlagert, aber nicht gelöst. Ein Ansatz wäre ein Job und eine Perspektive.

Von Matthias Kuhn

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