Mitglieder seit 20 Jahren dabei

Projekte in Äthiopien, Togo und mehr: Afrikakreis sucht in Stendal junge Helfer

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Afrikakreis-Vorsitzende Antje Lawson mit Tasche, einem Mitbringsel aus Äthiopien.

Stendal – Antje Lawson möchte Menschen helfen, die unter ärmlichen Bedingungen aufwachsen, Schicksalsschläge erleiden mussten oder bei denen das Geld nicht für den Schulbesuch reicht. Denn sie findet: „Bildung ist der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben."

Unterstützen möchte sie aber nicht irgendwo, sondern in Afrika. Schon viele Jahre ist sie im Afrikakreis Stendal aktiv, der in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag begeht.

Doch gefeiert werden kann nicht, bedauert die Vorsitzende. Denn der Kreis zählt derzeit etwa elf aktive Mitglieder, fast alle älterer Generation. „Eine solche Feier könnten wir gar nicht mehr stemmen“, bedauert Lawson. Sie hofft auf frischen Wind und wünscht sich neue Mitglieder, die den Afrikakreis kreativ und mit neuen Ideen voranbringen.

Im Oktober 1999 gründete sich auf Initiative von Pfarrer Gerhard Reuther der Afrikakreis mit damals sechs evangelischen und katholischen Gemeindegliedern sowie Bürgern der Stadt. Der Gemeindekreis, bei dem Anhänger aller Glaubensrichtungen willkommen sind, unterstützt mehrere Projekte, darunter die „German Church School“ in Addis Abeba (Äthiopien).

In dieser Schule haben Kinder der ärmsten Familien aus den Slums die Möglichkeit, kostenlos unterrichtet zu werden. Außerdem erhalten die Schüler täglich eine Mahlzeit und werden medizinisch betreut. Mitglieder des Afrikakreises besuchten die Schuler in den 2000er-Jahren mehrfach, um die Arbeit vor Ort kennenzulernen. Durch sie besteht eine direkte Verbindung zur Schule. Kontaktpersonen sind für die Arbeit des Gemeindekreises enorm wichtig.

„Nur so wissen wir auch sicher, dass unsere Gelder dort ankommen, wo sie etwas bewirken sollen“, gibt Lawson an, deren Ehemann übrigens aus Togo stammt an. Sie ist davon überzeugt, dass auch mit kleinen Summen etwas bewegt werden kann. Mehrmals im Jahr schickt der Afrikakreis Summen zwischen 1000 und 2000 Euro auf den afrikanischen Kontinent. Davon profitiert unter anderem auch das blinde Waisenmädchen Fatoumata (16), das in Bamako (Mali) bei ihrer Tante lebt und dank kontinuierlicher Unterstützung die örtliche Schule besuchen kann.

Die Mitglieder des Afrikakreises bringen in der Regel nicht ihre eigenen finanziellen Mittel ein, dafür aber Zeit, Herzblut und ihre Arbeitskraft. Mehrmals im Jahr organisieren sie Veranstaltungen, darunter Kirchen- und auch Weihnachtscafés, bei denen die Besucher selbst entscheiden können, was sie bereit sind zu spenden.

Wer die Mitglieder des Afrikakreises persönlich kennenlernen will, kann am Tag des offenen Denkmals, 8. September, in die Marienkirche kommen. In der Zeit von 14 bis 17 Uhr werden sie, gemeinsam mit dem Förderverein Glocken St. Marien Stendal, dort anzutreffen sein. Wer darüber hinaus mehr erfahren möchte, besucht die Internetseite afrikakreis.org.

VON CHARLOTTA SPÖRING

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