200 Personen feierten Klubhauseröffnung von „Red Devils“ und „Brigade 81“

Private Party ohne Störfall

Stendal. Drei Herren in schwarzer Kleidung haben sich vor dem Haupteingang ihres Domizils postiert. Um den Blick Neugieriger zu verhindern, stehen Bauzäune bereit, auf denen Banner mit den Namen der Motorradclubs stehen.

Heute soll das gemeinsame Klubhaus der „Red Devils MC Stendal“ und der „Brigarde 81 Altmark Stendal“ eingeweiht werden. Es ist Sonnabend, 17. 50 Uhr. Noch etwas mehr als eine Stunde bis zur Einweihungsparty. Die Altmark-Zeitung sei willkommen, sich später am Abend zur Eröffnung umzusehen, heißt es von einem der Herren. Entlang der Winckelmannstraße in Stendals Innenstadt haben sich Fahrzeuge der Polizei positioniert. Auch am Karnipp stehen Beamte. Dort, wo bald weitere Wohnungen im zentrumsnahen und ruhigen Stadtkern entstehen sollen.

Ein Hund bellt in einer Einfahrt hinter einem Tor unweit des Klubhauses. Die Polizeihunde lässt das kalt. Mit ihren Hundeführern führt der Weg weiter in Richtung Petrikirche. Die Beamten zeigen Präsenz. „Das gibt mir ein sicheres Gefühl“, macht eine Anwohnerin deutlich. Doch außer vernehmbarer Rockmusik, anreisender Motorradclubmitglieder und präsenter Polizei ist die Szene ruhig. Ein Motorradkorso sei ohnehin nicht zu erwarten, macht einer der Herren am Eingang deutlich. Die 150 angekündigten Gäste kommen mit dem Pkw in die Hansestadt. Dort werden sie bereits am Ortseingang empfangen.

Ortswechsel: Kontrollstelle „Ehrenfriedhof“, Bundesstraße 189 aus Richtung Magdeburg. Es ist 18 Uhr. Beamte des Stendaler Polizeireviers sowie des zentralen Einsatzdienstes der Polizeidirektion Nord und Landesbereitschaftspolizei haben Stellung bezogen. Sie kontrollieren nicht nur dort alle Fahrzeuge, die in die Hansestadt wollen. Die Identitäten der Motorradclubmitglieder sollen festgestellt, das, was sie „mitführen“ in Augenschein genommen werden. Gegen 19 Uhr sind es laut Polizei 46 Personen, die zur Party gekommen sind. Eine Zahl von 200 ist am nächsten Morgen im Bericht des Reviers zu lesen.

Im Licht der untergehenden Sonne reisen immer mehr Angehörige der privaten Party an. Wer privat feiert, kann sich seine Gäste aussuchen. Aus der Zusage, dass die AZ ohne Fotos zu machen, sich einen Einblick verschaffen könne, wurde mittlerweile ein klares „Nein“, das durch einen neuen Herren am Eingang ausgesprochen wurde.

Letztendlich kommt es während der Klubhauseröffnung zu keinen Störungen, wie es von Seiten der Polizei heißt. Doch bliebe das Potenzial. „Weil Störungen, auch durch rivalisierende Clubs, grundsätzlich nicht auszuschließen sind, wird sich die Polizei auch bei zukünftigen Treffen entsprechend vorbereiten“, so das Fazit der Direktion Nord.

Von Alexander Postolache

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