Preistreiber Solarenergie

Stadtwerke-chef Bräuer.

Stendal. Was Photovoltaiganlagenbetreiber freut, treibt Stromkunden wohl Zornesröte ins Gesicht. Durch drastisch gestiegene EEG-Umlage wird Strom teurer.

Tiefer für Strom in die Tasche greifen müssen ab 1. Januar 2011 die rund 20 000 Haushalte der Stadtwerke Stendal. Wie Thomas Bräuer, Kaufmännischer Geschäftsführer, gestern bekannt gab, werde der Arbeitspreis um 1,73 Cent pro Kilowattstunde auf dann 24,87 Cent pro Kilowattstunde ansteigen. Unverändert bleibe der Grundpreis. Für einen Zwei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 2 000 Kilowattstunden bedeute dies eine monatliche Mehrbelastung von knapp 2,90 Euro. Die stark gestiegene Abgabe durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG-Umlage) sei der Preistreiber, insbesondere das Fördern des Solarstroms. Die Umlage steigt 2011 laut Energieversorger auf 4,20 Cent pro Kilowattstunde (ein Anstieg um 70 Prozent zu 2010). Stadtwerkeverantwortliche verwiesen gestern darauf, dass diese Umlage sich von 2009 zu 2011 verdreifacht habe. Zwar hätten die Stadtwerke im laufenden Jahr den Anstieg der EEG-Umlage selbst geschultert, nicht an die Kunden weitergegeben, so Bräuer. Interne Einsparungen hätten es ermöglicht. Dies sei nun ausgeschöpft, die weiteren Kostensteigerungen durch die EEG-Umlage müsse der regionale Energieversorger an die Kunden weitergeben. Im Bundesdurchschnitt prognostiziert das Verbraucherportal Verivox für 2011 einen durchschnittlichen Anstieg des Strompreises um 6,9 Prozent, einige Anbieter werden wohl um bis zu zehn Prozent erhöhen. Die Stadtwerke liegen mit 6,5 Prozent unter Bundesdurchschnitt.

Dass diese Preiserhöhung dennoch „schmerzlich“ sei, ist auch den Stadtwerkeverantwortlichen bewusst. Diese appellieren an ihre Kunden, alle Möglichkeiten des Stromsparens zu nutzen, Abschläge rechtzeitig anzupassen. Einsparungen seien auch durch die Wahl bestimmter Tarife des lokalen Energieversorgers zu erreichen. Immerhin: Bräuer gehe davon aus, dass der Strompreis dann bis 2012 stabil bleibe. Mit Blick auf weiteres Steigen der EEG-Umlage in den Folgejahren müsse zukünftig auch mit steigenden Strompreisen gerechnet werden. „Wir sind klar für die Erneuerbaren“, so der Geschäftsführer, fügte aber hinzu: „Sie kosten auch.“ Mit dem aktuellen EEG habe es sich die Politik einfach gemacht, war hinter vorgehaltener Hand aus Stadtwerkekreisen zu hören. Die wälze die Kosten direkt auf die Kunden ab. Bei den derzeitigen Steigerungsraten der EEG-Umlage bestehe aber politischer Handlungsbedarf, solle Energie auch zukünftig für alle bezahlbar bleiben.

Positives zum Schluss: Die Preise für Wasser sowie Gas bleiben stabil. Bei Erdgas bis zum Ende der Heizperiode.

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