Familie will Haus in der Stendaler Innenstadt und beweist Kreativität

Per Postkarte auf Eigenheim-Suche

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Mit einer Postkarte geht eine Stendaler Familie derzeit auf Eigenheim-Suche. Bislang ohne durchschlagenden Erfolg. In der Regel werden in der Rolandstadt eher Bauplätze angefragt – bei der Recherche hilft ein Kataster der Verwaltung.

Stendal. Wenn sich die Suche nach einem Eigenheim in Zentrumsnähe schwieriger gestaltet als gedacht, kann das durchaus zu einer kreativeren Herangehensweise führen.

Da die verfügbaren Bauflächen für Eigenheime beschränkt sind und viele der offenen Grundstücke in weiter entfernten Ortschaften liegen, hat eine Stendaler Familie neue Wege beschritten. Und sucht aktiv via Postkarte nach einem Haus in der Innenstadt. Mit der Aktion werden in erster Linie Menschen angesprochen, die zurzeit ein Eigenheim in der Innenstadt bewohnen und dieses in den nächsten ein bis zwei Jahren verkaufen möchten.

Die vierköpfige Familie (Name d. Red. bekannt) ist laut der Postkarte schon seit einigen Jahren auf der Suche nach einem Haus in der Innenstadt. „Wir träumen von einem charmanten Altbau mit kleinem Garten und, im Idealfall, mit einer Zufahrt für Auto, Fahrräder und Co“, beschreibt die Familie ihre Wünsche. Bereits zahlreiche dieser Karten seien in Briefkästen von potenziellen Hausverkäufern gelandet, wie die Mutter zweier Kinder im AZ-Gespräch bestätigt. Einen durchschlagenden Erfolg gab es bislang nicht.

Öfter noch als bereits existierende Eigenheime werden in der Rolandstadt jedoch Grundstücke für den Eigenbau nachgefragt. Die Stadt hat auf verschiedene Weisen darauf reagiert. Zum Einen gibt es seit einigen Monaten ein Baulandkataster auf der Internetpräsenz der Stadt. Dieses beinhaltet unbebaute oder geringfügig bebaute Grundstücke. Obwohl es seitens einiger Stadtratsmitglieder Kritik an dem Kataster gab (AZ berichtete), fand das Verzeichnis einen regen Zuspruch. Bereits in den ersten drei Monaten registrierte die Stadt über 60 Anfragen. Seinerzeit bemängelte CDU-Stadtrat Dirk Hofer, dass „von einer bedarfsgerechten Baulandausweisung nach wie vor nicht auszugehen ist“. Jedoch, so räumt die Stadtverwaltung ein, müssten in jedem Fall noch planungsrechtliche Fragen geklärt werden. Bei keinem der im Kataster aufgeführten Grundstücke könne kurzfristig mit der Bebauung begonnen werden. Wenn potenzielle Bauherren mit ihrem Gesuch an die Stadt herantreten, so muss alles Weitere erst verwaltungsintern aufgearbeitet werden. Parallel sollen bis zu 200 Bauplätze in der Stadt entstehen, wie Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU) zu Beginn des Jahres ankündigte.

Auch die vierköpfige Familie aus der Rolandstadt weiß von Hürden und Problemen, wenn es um die eigenen vier Wände geht. „Dass das nicht so einfach ist, haben wir inzwischen auch verstanden. Denn wir suchen, suchen und suchen, aber es fehlt das Quäntchen Glück“, wie es auf der Postkarte steht. Wohl ein Grund, warum der Wunsch nach einem Haus mit der Formulierung „in absehbarer Zeit“, versehen wurde. Die Familie gibt einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren an. Und scheut sich Und würde diesbezüglich auch Kompromisse eingehen: „Gerne sind wir auch bereit, ein altes, baufälliges Haus mit viel Liebe zum Detail zu sanieren.“

Von Mike Höpfner

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