Spürnase in spe absolviert Training am Hauptbahnhof

Polizeihund Franz macht eine gute Figur

Polizeihund Franz schaut sein Herrchen am Stendaler Hauptbahnhof an.
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Polizeihund Franz ist noch kein halbes Jahr alt und wird schon ausgebildet. Nach zwei Jahren darf er offiziell als Personenspürhund arbeiten.
  • Stefan Hartmann
    vonStefan Hartmann
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Die geforderte Mindestgröße, die für Polizisten festgelegt ist, erfüllt er nicht. Mit einem halben Jahr ist er eigentlich zu jung. Seinen Job macht das neue Mitglied der Stendaler Polizeifamilie trotzdem gut.

Stendal – Franz ist das wohl mit Abstand jüngste Mitglied der Polizeiinspektion Stendal. In jedem Fall ist der am 16. Oktober 2020 geborene Bracken-Mix, ein Jagdhund, der jüngste in den Reihen der Diensthundeführereinheit. Bis er einen offiziellen Dienstgrad erhält und sich damit Personenspürhund nennen darf, wird es aber noch eine Weile dauern, er befindet sich noch am Anfang seiner insgesamt zweijährigen Ausbildung, berichtet Polizist Steven Lipinski, der im Direktionsbüro für die Social Media Kanäle zuständig ist.

Am Anfang einer solchen Ausbildung stehen viele Umwelttrainings, eins davon absolvierte Franz am 18. Januar am Hauptbahnhof in Stendal. „Diese sollen den Hund mit den Situationen vertraut machen, welchen er sich im späteren Einsatz stellen muss. Zumeist sind dies Situationen, mit vielen unbekannten Einflüssen von außen, die der Hund noch nicht kennt“, erläutert Lipinski. Mit mehrfachen Wiederholungen werden Hunde an bestimmte Umwelteinflüsse gewöhnt, sodass diese im Ernstfall nicht ablenkend oder sogar beängstigend auf das Tier wirken. Neben Orten wie dem Bahnhof können solche Trainings auch im Supermarkt oder im Wald, wo viele andere Gerüche, Geräusche und Tiere eine Ablenkung sein können, unternommen werden. Als kleine Belohnung gibt es für die Hunde dann auch Futter, wenn sie etwas gut gemacht haben. „Franz aktuelles Lieblingsleckeri ist derzeit Leberwurst aus der Tube“, verrät Lipinski.

Dass Franz kein für die Polizei üblicher Schäferhund, sondern ein Jagdhund ist, hängt auch mit seinem Aufgabenfeld zusammen. „Jagdhunde wurden dafür gezüchtet Wild aufzustöbern oder die Fährte von Wildtieren zu verfolgen“, erklärt Lipinski. So entwickelten die Tiere einen hervorragenden Geruchssinn und eine ausgeprägte Leidenschaft für die Suche nach Wild. Ihre feine Nase, die noch besser ist, als die anderer Rassen, prädestiniere sie geradezu für die Aufgabe als Personenspürhund. Ihre Suchleidenschaft nach Wild werde dabei auf Menschen umgewandelt, sodass Franz Freude daran hat, Menschen zu suchen. Grundsätzlich sind sowohl Fährten- als auch Personenspürhunde für die Suche nach Menschen ausgebildet. Personenspürhunde wie Franz beginnen ihre Ausbildung jedoch bereits im Welpenalter und dauert viel länger. Fährtenspürhunde werden ab dem 15. Lebensmonat innerhalb von zwölf Wochen trainiert. Wegen ihres intensiveren Trainings und der auf die Suche spezialisierten Hunderassen können sie auch 24 Stunden oder ältere Fährten aufspüren.

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