Flüchtlinge sollen andere Menschen bedroht haben

Polizei sieht keine Attacke: „Klingt ja fast nach Bürgerkrieg“

Stendal – Flüchtlinge sollen andere Festbesucher angepöbelt und später bedroht und irgendwelche Ketten geschwungen haben.

Polizeisprecher Dirk Marscheider kann nicht glauben, was Stendaler am Freitag vergangener Woche auf dem Marktplatz erlebt haben wollen und der AZ berichten. „Das klingt ja fast schon nach Bürgerkrieg. Es hat da und dort Auseinandersetzungen gegeben, an denen manchmal auch Menschen mit Migrationshintergrund beteiligt waren, aber das waren Kleinigkeiten. Im Großen und Ganzen verlief das Rolandfest friedlich.“

Die Polizei bleibt bei ihrer ersten Einschätzung. Am Sonntag hatte sie sechs Körperverletzungen gemeldet, insgesamt sei es ein eher ruhiges Rolandfest gewesen. Diese Übergriffe könnten auf eine Mischung aus Alkohol und Hitze zurückzuführen sein. Wer mehr wisse und mehr erlebt haben wolle, sollte auch wirklich Ross und Reiter benennen und das frühzeitig. Gerüchte und halbe Wahrheiten nützten keinem.

„Der Kollegin geht es gut, sie hat sich im Krankenhaus untersuchen lassen und ist wieder im Dienst“, nutzt Marscheider auf Nachfrage die Gelegenheit und informiert über eine an Pfingsten verletzte Polizistin. Vor dem Altmarkforum im Plattenbaugebiet Stadtsee hatten sich vier Migranten im Alter von 16 bis 19 Jahren in die Haare bekommen. Laut Polizei mussten drei Männer gefesselt werden, weil sie bei der Aufnahme der Personalien Widerstand leisteten. Dabei sei die Polizistin verletzt worden. An diesem Tag seien hier gleich mehrere Anzeigen geschrieben worden.

Das Einkaufszentrum sei kein Schwerpunkt von Auseinandersetzungen. „Drinnen und davor treffen sich einige Gruppen, junge Leute. Natürlich gibt es hin und wieder Reibereien, die aber nicht von ein und denselben ausgehen müssen“, meint Marscheider. Die Polizei habe das im Blick.

VON MARCO HERTZFELD

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