Heimatbund lässt kein gutes Haar an Werbekampagne „Grüne Wiese“

„Plakate der 50er“

Das Plakat mit Matze, dem einsamen Angler am Arendsee, ist Teil der Werbekampagne, die auf viel Kritik stößt.

mei Stendal. Den Altmärkischen Heimatbund um Norbert Lazay befremdet der Werbeslogan „Die Altmark – grüne Wiese mit Zukunft“. „Das Bild der grünen Wiese ist negativ besetzt“, beruft sich Lazay darauf, dass „grüne Wiese“ unbebautes Gelände vor den Toren von Städten assoziiert.

Wenn die Werbeagentur Boy aus Kiel davon spricht, dass die Altmark „so schön leer“ ist und hier „noch ein Stück heile Welt“ zu finden sei, dann verweist der Heimatbund auf die große Dichte an Hansestädten und Feldsteinkirchen, die „Verspargelung“ durch Windräder, die Biomasseanlagen und Mais-Monokulturen.

Auch an den Schwarz-Weiß-Bildern lässt Lazay kein gutes Haar. Sie stünden „in unerträglichem Kontrast“ zum Bild der „Grünen Wiese“ und erfüllen das Kampagnethema „in keiner Weise“ mit Leben. Lazay nennt es gar „ungeheuerlich“, dass eine Agentur aus Kiel einen Landstrich in Sachsen-Anhalt nur in Schwarz-Weiß zu bewerben vermag. Auf ein Bild geht der Heimatbund in seinem Rundumschlag besonders ein: Es zeigt einen Mann mit großem Maulschlüssel in der Hand. „Das erinnert fatal an die Plakate der Adolf-Hennecke-Bewegung Anfang der 1950er-Jahre, damals ging es um die Erhöhung der Arbeitsproduktivität im Bergbau. Nach dieser Kampagne brach in der DDR 1953 der Aufstand aus ...“, bewertet Norbert Lazay.

Die „Grüne Wiese“ lasse das Bild vom „Grünen Tisch“ aufleuchten, an dem lebens- und situationsfremde Entscheidungen getroffen würden. Dass die Altmark so auf einen grünen Zweig kommt, hält Lazay für „höchst ungewiss“.

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