Plattform für Wissenstransfer diskutiert Personalstrategien: Eigene Mitarbeiter stärker einbeziehen und Geringqualifizierte weiterbilden

Pflegebranche zwischen Wunsch und Wirklichkeit

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Der 2012 gegründete „Arbeitskreis Pflege“ trat zum zweiten Mal zusammen. Agentur-Leiterin Marina Kermer überreichte den 14 Arbeitgebern 30 Steckbriefe möglicher neuer Mitarbeiter.

red Stendal. 14 Arbeitgeber zählte Stendals Arbeitsagentur-Chefin beim zweiten „Arbeitstisch Pflege“. Die Fortsetzung der 2012 gestarteten Gesprächsreihe diskutierte über Fachkräftesicherung.

Gerade in der Pflegebranche herrsche inzwischen sogar Mangel an geschultem Personal, weshalb der Arbeitskreis Plattform für Austausch und Wissenstransfer sein soll.

Yvonne Hollmann, Beauftragte für Chancengleichheit, appellierte, die Möglichkeiten der familienorientierten Personalpolitik zu nutzen und auszubauen. Klar wurde im Gespräch aber auch, dass sich Wunsch und Wirklichkeit nicht immer realisieren lassen. Herausgestellt wurde, dass bei aller schon angewandten Familienfreundlichkeit die betriebswirtschaftliche Umsetzbarkeit gewährleistet sein muss. Weiterer Diskussionsbedarf ergab sich bei der Umwandlungsmöglichkeit von Teil- in Vollzeitbeschäftigung. Hier wurde deutlich, dass die Anforderungen in der Branche Vollzeitbeschäftigung nicht immer zulassen.

Zukunftsträchtigere Komponente ist die Qualifizierung. Hierzu stellte Koordinator Mathias Mann Instrumente und geplante Qualifizierungen vor. Ein Drittel entfalle 2013 auf den sozialpflegerischen Bereich. Im Vorjahr waren 62 Altenpfleger nach verkürzter Umschulung examiniert worden. 2013 sollen weitere 41 Arbeitnehmer diesen Abschluss machen.

Die Anzahl an Fachkräften wird aber nicht reichen. Der Weiterbildung geringqualifizierter und älterer Arbeitnehmer gilt deshalb das Interesse. Zur Fachkräftesicherung müssen etwa Mitarbeiter aus dem Helferbereich stärker einbezogen werden.

Die Agentur-Leiterin forciert diesen Ansatz, weil diese Maßnahmen die Mitarbeiterzufriedenheit und Bindung ans Unternehmen stärkten. Kermer verwies auf eine Spezialsitin im Arbeitgeber-Service und übergab Steckbriefe von 30 Pflegehilfs- und Fachkräften.

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