Nach Diebstahl am Waldbad ist neuer Zaun nun verschweißt / Verein hofft auf Hinweise

Petrijünger parken wieder sicher

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Der Stellplatz für Angler am Ufer des Baggersees in Wischer ist mit elf neuen Doppelstabmatten nun resistenter gegen Langfinger: Timo Fincke (v.l.), Heinz Fincke, Maik Smiatek und Maik Liebau montierten die Zaunfelder in engagiertem Einsatz.

Wischer/Stendal. „Jetzt müssen wir schon zum zweiten Mal bezahlen“, schimpft Frank Bartels.

Nach dem Einbruch in das Büro des Stendaler Anglervereins im vergangenen Jahr, als Langfinger den Tresor im Haus der Vereine an der Bruchstraße geknackt hatten, ist die Interessenvertretung von immerhin mehr als 1000 Mitgliedern Ende Februar erneut von Kriminellen geschädigt worden, berichtet der Vorsitzende am Montag der AZ.

Metalldiebe hatten genau elf Zaunfelder vom Angler-Parkplatz am Ufer des Waldbades in Wischer dreist abmontiert und einfach wegtransportiert. „Da muss doch jemand etwas beobachtet haben“, hofft Bartels nun auf Hinweise, die er unter Telefon (0178) 396 5907 entgegennimmt. „Der Schaden beläuft sich auf über 500 Euro.“

Die Stellfläche für Petrijünger sei erst vor drei Jahren eingezäunt worden. „Der Parkplatz wurde mit viel Mühen und Kosten aufgebaut“, resümiert der Vereinschef. Die Stellfläche biete Platz für etwa ein Dutzend Autos. Und sie ist nun dank des Einsatzes von fünf Vereinsmitgliedern wieder komplett umfriedet, wobei die „Zaunbauer“ dafür gesorgt haben, den Langfingern nun kein leichtes Spiel mehr zu machen.

„Der Zaun wurde zur Sicherheit verschweißt“, erläutert Bartels. Und richtet seinen „besonderen Dank“ an die Angler der Ortgruppe „Esox“. Timo Fincke, Heinz Fincke, Maik Smiatek und Maik Liebau seien sofort bereit gewesen, die Arbeiten zu erledigen. Die Aktion wurde von Ferdinant Liebau fotografisch dokumentiert. Und sie konnte etwa eineinhalb Monate nach dem Diebstahl auch nur erledigt werden, weil Stephan Geidies als Abteilungsleiter eines Stendaler Großhandels die Doppelstabmatten für einen günstigen Preis zur Verfügung stellte, würdigt Bartels als „Chef“ von 23 Ortsgruppen und Vereinen, die sich unter dem Dach des Stendaler Anglervereins dem Umweltschutz verpflichtet sehen.

Überhaupt würden Petrijünger von weiten Teilen der Gesellschaft zu sehr unterschätzt. Zu den registrierten Anglern in Bartels Kartei käme auch in der Region noch „eine große Anzahl“ von Menschen, die den Fischereischein abgelegt haben, aber nicht in einem Verein organisiert seien. Von solch zahlenmäßig starken Rückhalt an der Basis könnten manche etablierten Umweltschutzverbände nur träumen, listet der Vereinschef auf. In seiner Verantwortung hätten im vergangenen Jahr 143 Neu-Angler ihre Prüfung absolviert. Zurzeit befänden sich 40 in der Ausbildung. Dafür ist der Verein der Grundschule „Nord“ in Stendal dankbar, die ihre Aula für Anglerlehrstunden zur Verfügung stellt, seitdem der „Offene Kanal“ im Vereinsdomizil Bruchstraße noch mehr Platz als bislang für sich beansprucht. „Dafür haben wir eine Partnerschaft mit der Grundschule abgeschlossen“, erläutert Bartels.

Von Antje Mahrhold

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