Ellen Renne fordert Verbrennungsverbot für pflanzlichen Abfall im ganzen Landkreis

„Passt nicht mehr in diese Zeit“

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Das Verbrennen pflanzlicher Abfälle stinkt, qualmt, „ist nicht umweltfreundlich und schädigt die Gesundheit“, sagt Ellen Renne. Sie fordert ein generelles Verbrennungsverbot.

Stendal / Tangermünde. „Die Verbrennungsverordnung ist nicht umweltfreudlich und schädigt die Gesundheit der Bürger durch Freisetzung gefährlicher Stoffe wie zum Beispiel Naphthalin“, hat Ellen Renne dem Landrat geschrieben.

Stendals Verordnung schütze die Bürger im Vergleich zu anderen Regionen Sachsen-Anhalts und anderen Bundesländern am wenigsten. „Wie lange wird den Bürgern unseres Landkreises noch zugemutet, dass ihre Grundstücke innerhalb von Städten in dichtem Qualm versinken, sie Gifte einatmen müssen und alles penetrant nach Qualm stinkt?“, fragt die Tangermünderin.

Ellen Renne ärgert sich speziell darüber, dass das Verbrennen nicht nur in Gartenanlagen, sondern auch in Wohngebieten gestattet ist. Ihrer Ansicht nach sollte das Verbrennen von Gartenabfällen ganz verboten werden: „Es passt nicht mehr in diese Zeit.“ Renne verweist auf andere Methoden und Möglichkeiten wie Schreddern oder die Deponie.

Mit den Reaktionen des Landkreises Stendal auf ihre Forderung ist die Tangermünderin ganz und gar nicht zufrieden: In einem Schreiben vom Oktober 2013 weist die Leiterin der unteren Abfallbehörde, Karin Zädow, darauf hin, dass es im Landkreis Stendal erlaubt ist, in einem betimmten Zeitraum Gartenabfälle, die nicht kompostierbar sind, zu verbrennen – unter Einhaltung von Regeln.

Landrat Carsten Wulfänger konkretisiert das in einem Schreiben vom April dieses Jahres: Er teilt mit, dass das Verbrennen pflanzlicher Gartenabfälle vom 1. Februar bis 15. März und vom 1. Oktober bis 30. November zugelassen ist – jeweils nur einmal in dem Zeitraum, und zwar auf dem Gartengrundstück, auf dem die Abfälle angefallen sind, und das auch nur mittwochs und samstags von 9 bis 18 Uhr, an Feiertagen nicht. Ob die Verbrennungsverordnung bestehen bleibt, sei von Bundesrecht und Rechtssprechung abhängig, fügt der Landrat an.

Ellen Renne will sich mit dieser Antwort nicht zufrieden geben. Ihre Forderung, das Verbrennen pflanzlicher Abfälle landkreisweit ganz und gar zu verbieten, hat sie auch allen Vorsitzenden der Kreistagsfraktionen weiterleiten lassen. Insbesondere geht es ihr neben Qualm und Gestank um den Stoff Naphthalin, der auf der Haut zu starken Reizungen führe und die roten Blutzellen schädigen könne. Beim Einatmen könne es zu Schleimhautreizungen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Verwirrtheitszuständen führen.

In Magdeburg, Halle, Dessau sowie in den Landkreisen Anhalt-Bitterfeld, Jerichower Land und im Salzlandkreis sei das Verbrennen verboten, im Nachbarbundesland Brandenburg sogar flächendeckend, nennt die Tangermünderin einige Beispiele aus der näheren Umgebung, „dass es auch anders geht“.

Von Ulrike Meineke

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