In DDR-Zeiten in Nahrstedt errichtet

Frühere Panzerpiste erhält neues Bauwerk über Uchte

Erste Teile der Brücke in Nahrstedt sind demontiert.
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Mausgrau, funktional und mehr als sechs Dekaden auf dem Buckel. Die Brücke am Ortsausgang von Nahrstedt in Richtung Möringen verschwindet nach und nach.
  • Marco Hertzfeld
    VonMarco Hertzfeld
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Einst nutzten auch Panzer diese Brücke. Das Bauwerk über die Uchte in Nahrstedt soll nun abgetragen und ersetzt werden. Bei einer Überprüfung seien Schäden festgestellt worden, heißt es von der Stadt Stendal.

Nahrstedt – Sie wurde in DDR-Zeiten errichtet. Und soll in ihrer Geschichte auch Panzer getragen haben oder zumindest dafür gerüstet gewesen sein. In welchem Maße das tatsächlich so gewesen ist, mit solchen Details kann der Rathaussprecher auf die Schnelle nicht dienen. Die Brücke am Ortsrand von Nahrstedt in Richtung Möringen scheint jedenfalls einst recht massiv errichtet und wirkt irgendwie eine Nummer zu groß für einen normalen Straßenverkehr. Entscheidend für den Ersatzbau in der Stendaler Ortschaft ist allerdings etwas anderes: „Infolge der turnusmäßigen Brückenprüfung wurden Schäden am Bauwerk festgestellt, die nicht mit Sanierungsmaßnahmen zu beheben sind“, teilt Philipp Krüger auf Nachfrage der AZ mit.

Dank einer Behelfsbrücke kommen Fußgänger und Menschen mit dem Rad an der Baustelle in Nahrstedt vorbei. Für den Kraftverkehr ist die Dorfstraße an der Stelle dicht.

Die Arbeiten nehmen Fahrt auf. In der vergangenen Woche wurde die Nahrstedter Dorfstraße in dem Bereich vollständig für den Verkehr gesperrt. Arbeiter haben eine Behelfsbrücke errichtet, sodass Fußgänger ohne Umwege über die Uchte gelangen. Die Grundstücke, die in nordöstlicher Richtung hinter der Baustelle liegen, sind erst einmal nur über Möringen erreichbar. Die Arbeiten sollen bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Die Baukosten betragen dem Rathaussprecher zufolge rund 450 000 Euro. Das Geld kommt aus dem städtischen Haushalt. Das Flussbauwerk in Nahrstedt wird mit schwerem Gerät nach und nach abgetragen und durch eine andere Konstruktion ersetzt.

Straße in Nahrstedt bis Jahresende dicht

Neben Abriss und Neubau der Brücke haben Arbeiter weitere Aufgaben auf dem Zettel. Straßen- und Gehwegbau in Richtung Möringen kommen auf fast 75 Meter. Wichtig sei die Verbindung zwischen den beiden Stendaler Ortschaften nicht zuletzt für den land- und forstwirtschaftlichen Verkehr, heißt es regelmäßig aus dem Rathaus in Stendal. In jüngerer Vergangenheit war die Traglast der 1960 errichteten Flussüberquerung auf 16 Tonnen begrenzt worden. Die neue Brücke wird schmaler als zunächst vorgesehen. Die Fahrbahn allein soll fünf Meter breit sein. Im Oktober hatte sich der Stendaler Ausschuss für Stadtentwicklung mit weiteren Planungen zum Brückenbau in Nahrstedt befasst (die AZ berichtete).

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