Pandemiefolge: Schulabgänger sitzen freiwillig nach / Aktionstag in Stendal

„Wir ziehen ein trauriges Resümee“

  • Antje Mahrhold
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Stendal – Für die Zukunft seiner Absolventen hat das Team der Diesterweg-Sekundarschule schon weit vor der Pandemie die Ärmel hochgekrempelt

Nach über einem Jahr infektionsschutzbedingtem Ausnahmezustand diagnostiziert ein wichtiger Praxispartner dieser Bildungsstätte am Zentrum der Kreisstadt jedoch eine recht besorgniserregende Lage. „Wir ziehen ein trauriges Resümee“, erklärt Tommy Polster. Dem Sprecher der Arneburger Maschinen- und Stahlbau GmbH (AMS) zufolge würden sich angehende Schulabsolventen aktuell coronafolgenbedingt dazu entscheiden, freiwillig ein Unterrichtsjahr zu wiederholen. Zugleich seien viele Schulabgänger, die ihren Abschluss bereits in der Tasche hätten, ziemlich „orientierungslos“, weil sie nicht wüssten, welchen beruflichen Werdegang sie wählen wollten. „Praktika, Werksbesichtigungen und Berufsorientierungsmessen waren unter Pandemiebedingungen unvorstellbar“, sieht Polster als Grund für die schwierige Lage der Jugend.

Dabei engagieren sich Stendals Diesterweg-Pädagogen um Vize-Schulleiterin Heike Szebrat bereits seit Jahren um das Wohl ihrer Schützlinge. Nicht zuletzt auch, um die „tatsächliche Integration im Schulalltag zu ermöglichen“, wie es in einem AZ-Artikel vom März 2016 heißt, der die Internationale Klasse der Lehrstätte mit Sitz an der Ecke Bismarckstraße/Parkstraße porträtiert hat. Patenschaften, wie sie vor fünf Jahren Thema waren, zwischen deutschen Kindern und deren Mitschülern aus Syrien, Afghanistan und Indien aber können Lerndefizite durch pandemiebedingten Präsenzunterrichtsmangel nicht beheben, weshalb sich die mit dem „Berufswahl-Siegel“ ausgezeichnete Schule nun mithilfe des Arneburger Unternehmens „für ein Comeback starkmacht“. Sinkende Inzidenzwerte ließen Angebote zur Berufsfindung wieder zu, verweist der Firmensprecher auf einen Aktionstag am 13. Juli. Mädchen und Jungen der Klasse 7a werden an diesem Dienstag durch die Werkshallen des Betriebs geführt, der für seine leistungsstarken Baustellenkrane bekannt ist. Die Metallriesen sind in ganz Deutschland im Einsatz, zuletzt unter anderem in Hannover und Leipzig. Die Kraftprotze sind aber auch im Ausland, wie in England, Frankreich und Dänemark gefragt und tragen teils göttliche Namen, wie etwa das Modell „Wotan 6022“ beweist. „Man will der Orientierungslosigkeit Abhilfe schaffen“, betont Polster. Es gebe insgesamt vier Führungen sowie im neuen Schuljahr weitere Berufsorientierungsangebote, denn um künftige Fachkräfte buhlen mittlerweile ganze Branchen. Polster hat sein Unternehmen zuletzt auch beim Aktionstag „Schule-Wirtschaft-Du“ der Altmark-Wirtschaftsjunioren im Arneburger Zellstoffwerk präsentiert. Auch für die Open-Air-Ausbildungsbörse am 16. Juli an der Diesterweg-Schule trommelt der Firmensprecher bereits.

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