„Hoffentlich schränkt das nicht ein“

Ortsbürgermeister kämpft um korrekten Namen für neue Schutzzone in Uchtspringe

Schäferwald Uchtspringe: Neue FFH-Schutzzone.
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Schäferwald Uchtspringe: Neue FFH-Schutzzone.
  • Antje Mahrhold
    vonAntje Mahrhold
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Uchtspringe – „Das Gebiet zwischen Börgitz und Uchtspringe heißt Schäferwald und nicht Moorwald“, macht sich Jürgen Schlafke (SPD) für einen historisch korrekten Namen der neuen 27-Hektar-Schutzzone in seinem Zuständigkeitsbereichs stark.


Als Stadtratsmitglied und Ortsbürgermeister von Uchtspringe mit den Ortsteilen Börgitz und Wilhelmshof hat der Sozialdemokrat deswegen schon Planungsamtsmitarbeiter Stephan Pönack eingeschaltet. Verhindert werden soll, dass das von der Landesnaturschutzbehörde zum europäische Schutzgebiet Flora, Fauna, Habitate (FFH) empfohlene Areal die amtliche Bezeichnung „Moorwald Uchtspringe“ bekommt.

Uchtspringes Ortsbürgermeister Jürgen Schlafke (SPD) im Schäferwald.

So führt der Börgitzer die AZ Montagmittag zu einem eigenhändig vom Uchtspringer Gemeindechef beschrifteten Findling. Die Buchstabenkombination Schäferwald brauche dringend neue Farbe, konstatiert Schlafke. Auch dies werde er demnächst erledigen, wie auch weiterhin regelmäßige Müllsammelaktionen. Das idyllische Areal bietet eine Art Urwaldcharakter. Es werde von Erholungssuchende nach wie vor genutzt. „Hoffentlich wird das durch die Ausweisung als FFH-Gebiet nicht sonderlich eingeschränkt“, ist Schlafke um mögliche Folgen bereits besorgt.

Das Moor im Uchtspringer Schutzgebiet Schäferwald.

Seit fast 130 Jahren heiße der einstige Mühlenstandort „Modderkuhl“ Uchtspringe. In ihm eröffnete anno 1894 die Landes-Heil- und Pflege-Anstalt“. Aus Erzählungen seines Vaters wisse Schlafke, dass sein in Uchtspringe als Pfleger arbeitender Großvater mit einer Patienten-Arbeitskolonne den Schäferwald schon vor dem Ersten Weltkrieg sowie Anfang der 1920er-Jahre für Patienten und Besucher durch das Anlegen von Wegen im einst deutlich mehr wasserführenden Moorgebiet zugänglich gemacht hat. Teile des Schäferwalds im Nordosten, die wasserführend sind, seien bereits 1989 als Flächendenkmal ausgewiesen worden. Dies betreffe auch den Quelltrichter der Uchte. Als weiteren Beleg für den Namen verweist der Ortsbürgermeister auf die Wohnsiedlung „Am Schäferwald“, die zwischen den 1980er- und 1990er-Jahren entstanden sei. Auch die drei Straßenlaternen, die die Hansestadt vor zwei Jahren aufbauen ließ, stehen nicht am Moorwald, sondern an der Straße „Am Schäferwald“. Selbst das Landesumweltamt hat erst vor vier Jahren den Namen Schäferwald verwendet, und zwar in seinem Text zum Landschaftsschutzgebiet „Uchte-Tangerquellen und Waldgebiete nördlich Uchtspringe“.

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